Was ist eigentlich ein Keynote Speaker und was tut er?

Ich habe dazu auf Facebook eine kleine Umfrage gemacht und festgestellt, dass sehr viele Leute in der Schweiz nicht wissen, was ein Keynote Speaker ist und auch nicht, dass man sich “Keynote Speaking” sogar zum Beruf machen kann. Vielleicht sind euch eher die Begriff “Redner”, “Referent” oder “Sprecher” geläufig. Die Frage lautete: Wer von euch weiss, was ein “Keynote Speaker” ist? An der Umfrage haben 54 Personen teilgenommen, wobei 54 % gesagt haben, dass sie auch schon davon gehört hätten.

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Also kurz gesagt: Der Beruf ist bei uns auch unter der Bezeichnung “Redner” bekannt. Keynote Speaking geht aber weit über eine reine Unterhaltungsrede hinaus. Daher habe ich diesen kurzen Artikel über Speaking geschrieben. Denn es ist eine Fähigkeit, die Dich im Beruf, sowie im Privatleben weiter bringen kann und somit Teil Deiner ganzheitlichen Fitness!

Ob Du Dich nun in einem 1:1-Meeting befindest oder vor einem Publikum von 1000 Zuhörern stehst, Du musst in der Lage sein, mit Menschen auf meisterhafte Weise zu interagieren, um eine Verbindung herzustellen, damit Deine Ideen Gehör finden.
Zusammen mit den anderen Dingen im Leben ist die Kunst des freien Sprechens und Erzählens eine Fähigkeit, die sowohl Dein Leben als auch das Leben anderer verändern kann, und sie ist eine Fähigkeit, die jeder lernen kann. Die wichtigsten Punkte habe ich Dir hier zusammengefasst.

Authentizität als Kerneigenschaft eines Speakers

Klar solltest Du eine kraftvolle Botschaft haben und sie nie aus den Augen verlieren. Aber die Art der Präsentation ist entscheidend. Diese umfasst nicht nur die Tonhöhe, sondern auch die Körpersprache. Und die Körpersprache stimmt nur, wenn Du authentisch bist. Der Zuhörer entscheidet in den ersten paar Sekunden, ob er Dir vertrauen wird, Dir seine Aufmerksamkeit schenken wird und sich von Dir emotional bewegen lässt. Authentizität macht den Unterschied, zwischen einem “für den Firmen-Event gebuchten ehemaligen Politiker” und einem echten Keynote Speaker. Im Gegensatz zur Politik spielt der Speaker keine Rolle, sondern ist wirklich sich selbst und repräsentiert nur seine Meinung und berichtet aus seinen Erfahrungen. Du brauchst also nicht ehemaliger Bundesrat zu sein, um eine Karriere als Speaker zu starten. Jedoch sehr viel Anderes …
Wenn Du Dir nicht absolut im Klaren bist, wer Du bist und welche Botschaft Du vermitteln willst, dann helfen Dir vielleicht ein paar Übungen, um Klarheit zu schaffen. Setze Dich hin, schliesse Deine Augen und beobachte Deine Gedanken – man nennt dies auch “meditieren”. Denn “Meditieren” heisst wortwörtlich übersetzt: “Sich vertraut machen mit…” oder “Vertraut werden mit…” – Ich empfehle jedermann, der/die eine neue Herausforderung angehen will, erst mal die Meditation zu erlernen, um Klarheit, eine Vision und einen Fokus zu haben. Den nächsten Einführungskurs findest Du hier.

Die Story eines Speakers

Deine individuelle Story ist Dein USP! Sie ist der Klebstoff, der die Zuhörer an Dich kleben lässt. Ich habe noch nie einen Keynote Speaker gehört, der seine Rede nicht mit seiner Story begonnen hätte.
Aber was macht eine gute Story aus? Erinnere Dich an einen guten Film: Warum war dieser spannend? Nicht weil der Aktor problemlos von A nach B gegangen ist, sondern weil er auf Deinem Weg auf ein Hindernis getroffen ist, auf eine Herausforderung, welche er dann meisterhaft bewältigt hat! Finde nun Stories aus Deinem Leben, die Du erzählen könntest. Überlege Dir, wo der Tiefpunkt in der Erfahrung war und wie Du Dich wieder hoch gekämpft hast – und was Du daraus gelernt hast. Diese “Learnings” sind Deine Message an das Publikum!
Lese hier auch meine Tipps zur effektiven Kommunikation.

Rhetorik, Technik & Strategien

Du solltest für den Weg zum Top-Redner natürlich auch eine Strategie entwickeln, an die Du Deinen individuellen Stil anpassen kannst. Je nachdem welche Emotionen Du vorwiegend vermitteln willst, kannst Du unterschiedliche Techniken anwenden. Für die Entwicklung einer Strategie ist zwar auch viel Zeit und Energie erforderlich – es wird sich jedoch auszahlen – weil Du sie beim Lernen der erforderlichen Techniken wieder einsparen kannst. Die für Deine individuelle Strategie erforderlichen Rhetorik-Techniken kannst Du entweder auf YouTube oder in einem lokalen Rhetorik-Club lernen. Üben solltest Du sie vor dem Spiegel oder vor der Kamera. Hier ein paar generelle Hinweise.

Einige klassische Beispiele von Techniken will ich Dir hier geben, da sie sich für beinahe jede Strategie eignen:

1. Sprich drei Sätze ohne dazwischen Luft zu holen
2. Drei repetitive Sätze in der Eröffnung der Rede: z.B. “Ich liebe die Schweiz, ich liebe Bern, und ich liebe euch Jungs (die auf das Publikum zeigen).”
3. Ausgleichende Aussagen
“Fragen Sie nicht, was Ihr Land für Sie tun kann – fragen Sie, was Sie für Ihr Land tun können.”
4. Metaphern
5. Übertreibungen
6. “Sich reimende” Aussagen

Die oben genannten Techniken stammen aus folgendem Video, welches Du dir unbedingt anschauen solltest. Analysiere dabei auch seine Körpersprache.

Ich habe dazu auf Facebook eine kleine Umfrage gemacht und festgestellt, dass sehr viele Leute in der Schweiz nicht wissen, was ein Keynote Speaker ist und auch nicht, dass man sich "Keynote Speaking" sogar zum Beruf machen kann. Vielleicht sind euch eher die Begriff "Redner", "Referent" oder "Sprec

Körpersprache

Zuhörer achten hauptsächlich auf das Gesicht, jedoch auch viel auf die Hände, da mit den Händen sehr viel gezeigt werden kann. Dies kann man sich zu nutzen machen, indem man die Hände aktiv zum Reden verwendet. Wenn Du Deine Gestik ausbaust, kannst Du den Inhalt Deiner Rede viel besser darstellen. Du solltest die Hände aber stets unter Kontrolle haben. Halte die Hände überwiegend im Bereich der Körpermitte.

Das Lächeln hat einen zu guten Ruf! Führungskräfte lächeln viel weniger als ihre Mitarbeiter. Wenn wir zu viel Lächeln zeigen wir damit Unsicherheit. Man versucht mit dem Lächeln sympathisch zu wirken. Gar kein Lächeln hingegen signalisiert Distanziertheit und wird verbunden mit einer «kalten» Ausstrahlung. Doch auch das «falsche Lächeln», bei welchem nur der Mund, aber nicht die Augen das Lächeln zeigen, solltest Du vermeiden.

Offene Menschen haben eine offene Haltung. Du solltest nicht zum Publikum, sondern mit dem Publikum sprechen. Deine offene Haltung signalisiert, dass Du Dich für ihre Meinungen und Erfahrung interessierst. Offen wirkt eine Haltung dann, wenn weder Arme noch Hände schützend vor dem Körper zusammengehalten werden. Bereits vor den ersten Worten sollte eine einladende und ansprechende Haltung eingenommen werden. Zum Beispiel können die Arme seitlich locker am Körper gehalten werden oder die Sprechhand wird in Bauchhöhe angehoben.

Der Blickkontakt sollte stets in Richtung des Publikums sein. Mit der Verwendung von Notizzettel oder ständigen Blicken zurück auf die Powerpoint-Folien strahlt eine gewisse Unsicherheit aus. Selbst Blicke nach Unten (auf den Boden) können als «Nachdenklichkeit» bis «Verlegenheit» interpretiert werden. Hastige Blicke zur Seite oder schnelle Blicke über die Zuhörer sind ein Zeichen von Nervosität oder Unsicherheit. Eine wichtige Empfehlung lautet daher ganz bewusst möglichst jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer aus dem Publikum mindestens einmal für 2-3 Sekunden lang anzuschauen.

Weitere Tipps für Keynote Speaker

Es gibt noch viele weitere Tipps zum Thema Speaking. Eine anfängliche Sammlung findest Du hier. Insbesondere empfehle ich Dir den Artikel “Lerne Sprechen vor Publikum in 10 einfachen Schritten“. Versuche die Tipps, Tricks, die ich Dir in diesem Text gegeben haben zusammen mit Deiner individuellen Strategie und Deiner Story umzusetzen – Die Reihenfolge spielt zwar keine Rolle, aber fange doch mit der Story an.

Spass an der Sache ist das wichtigste – Du findest schnell heraus, ob dieser Beruf zu Dir passt und falls ja, dann findest Du hier auch noch die Geheimnisse der besten Redner und meinen Mega-Artikel “Werde Keynote Speaker“.

Die Tipps zur Körpersprache stammen aus der Arbeit “Körpersprache im Unterricht” von Mary D`Amico, Marc Dietschi, Jens Sommer und Laurent Peyer, Gruppenprojekt, AdA-FA-M1, 2018

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