10 Wege, wie Du effektiver kommunizieren kannst

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Vorwort: Die vier Ebenen des Kommunizierens

Richtig zu kommunizieren wird uns nicht in die Wiege gelegt. Wir müssen im Laufe unseres Lebens die notwendigen Techniken für eine effektive Kommunikation erlernen. Kommunizieren ist ein komplexes Feld und beschäftigt uns schon seit der Steinzeit. Sie betrifft nicht nur uns Menschen, sondern auch die Tier- und Pflanzenwelt. Wir kommunizieren dabei auf vielen Ebenen. Aus der Kommunikationspsychologie hat sich das 4-Seiten-Modell von Friedemann Schulz von Thun bewährt. Demnach gibt es viere Seiten bzw. Ebenen einer Nachricht:

  • die Sachebene (Worüber ich informiere),
  • die auf den Sprecher bezogene Ebene (Was ich von mir selbst offenbare),
  • die Beziehungsebene (Wie wir zueinanderstehen) und
  • die Wirkungsebene (Wozu ich mit der Nachricht veranlassen möchte).

Zusätzlich gibt es noch die Einteilung in die verbale und nonverbale Kommunikation.

  • Verbale Kommunikation umfasst unsere Sprache, das gesprochene Wort. Hier geht es in erster Linie um den Inhalt und die Information.
  • Nonverbale Kommunikation umfasst jede Art der nichtsprachlichen Kommunikation wie unsere Gestik, Mimik, Tonlage, Körperhaltung und unseren Gesichtsausdruck. Auch die Neigung des Kopfes, die hochgezogene Augenbraue und der Händedruck kommunizieren für uns. All das gibt Auskunft über unsere innere Einstellung und in welcher Beziehung wir zu unserem Empfänger stehen.

Puh…ganz schön theoretisch, oder? Dennoch lohnt es sich, sich mit den Kommunikationsarten auseinanderzusetzen. Tatsache ist, wir kommunizieren mehr, als wir denken:

Frauen und Männer (!) geben durchschnittlich 16.000 Wörter am Tag von sich. 

Diese Zahl ermittelte der Psychologe Matthias Mehl mit seinem Forschungsteam innerhalb einer 6-jährigen Studie. Anhand dieser Tatsache bleibt nicht mehr viel vom Klischee der schwatzenden Frau übrig. Männer kommunizieren also genauso viel wie Frauen.

Beim täglichen Sprechen denken wir natürlich nicht immer daran, welche Ebene wir gerade richtig bedienen oder wie unsere Botschaft beim Empfänger ankommt. Viele Menschen haben deshalb Schwierigkeiten, richtig zu kommunizieren.

Hast Du das Gefühl, oft missverstanden zu werden? Hast Du Probleme, Deine Botschaft an den Empfänger richtig zu übermitteln?

Diese 10 Wege helfen Dir dabei, effektiver zu kommunizieren

1. Organisiere und strukturiere die Informationen in Deinem Kopf

Ob es das überzeugende Bewerbungsgespräch, die erste Verkaufspräsentation oder das Überbringen schlechter Nachrichten ist: Bereite Dich vor! Strukturiere Dein Gespräch im Vorfeld und spreche es für Dich selbst durch. Denke dabei an mögliche Reaktionen und Fragen des Gegenübers bzw. Deiner Hörerschaft. So behältst Du die Kontrolle über das Gespräch und vermeidest es, durcheinanderzukommen. Fokussiere Dich auf die Kernbotschaft und kehre immer wieder zur ihr zurück.

2. Schweife nicht ab, bleibe beim Thema

Bei uns Menschen ist die Aufmerksamkeitsspanne kurz gestrickt. Nicht umsonst heisst es: Zeit ist Geld. Wir nehmen nur die wirklich wichtigen Informationen auf. Überlege Dir also, welche Botschaft Du kommunizieren möchtest. Verliere nicht die Aufmerksamkeit Deines Gegenübers durch unwichtige Nebensätze und Floskeln – komme auf den Punkt. Deine Hörerschaft wird es Dir danken!

3. Vermeide störende Ablenkungen

Elektronische Geräte jeder Art sind störend und unnötig. Ob Klingeln, Leuchten, Vibrieren – das zuvor Gesprochene ist damit schnell zunichtegemacht. Das Smartphone ist ein Segen und Fluch zugleich. Wir tragen es stets bei uns und reagieren sofort, wenn es auf dem Display leuchtet. Egal ob beim Vorstellungsgespräch, bei einem Kundentermin oder beim ersten Date – ein klingelndes Handy ist ein absolutes No-Go. Anders herum verhält es sich nicht anders: Ein Publikum, das während Deiner eigenen Rede aufs Smartphone starrt, verunsichert Dich und bringt Dich aus dem Konzept.

4. Sei interessant

Eines der wichtigen Punkte beim Kommunizieren: Sichere Dir die Aufmerksamkeit Deiner Zuhörer. Dazu gibt es eine ganze Reihe an Techniken, die Du schnell erlernen kannst.
Natürlich ist in erster Linie der Inhalt wichtig. Es muss deinem Gegenüber einen sichtbaren Mehrwert bieten und Informationen vermitteln, die neu oder aus einer anderen Perspektive kommuniziert werden. Doch was nützt die beste Idee oder Information, wenn sie nüchtern vorgetragen wird?

Eine Botschaft setzt sich zu 50 % aus verbaler und 50 % aus nonverbaler Kommunikation zusammen. Setze also deine Körpersprache gezielt ein, um mit Stimmlage, Mimik und Gestik die Botschaft zu unterstreichen. Du schaffst damit eine passende Atmosphäre für Deine Hörerschaft. Dies kann sachlich, informativ, überzeugend, lustig oder traurig sein. Eine Erhöhung und Senkung der Stimmlage hilft zudem, einen speziellen Punkt abzuschliessen und mit einem neuen zu beginnen.

5. Sei authentisch

Authentisch kommunizieren heisst einfach: Sei Du selbst und sei entspannt! Bei all den Techniken zur Gestik und Mimik kann es schnell passieren, dass Du in eine künstliche Ausdrucksweise fällst. Wenn Du von Natur aus ein ruhiger Typ bist, dann zeig es! Ein ruhiger und an den richtigen Stellen betonter Vortrag mit dezenten Handbewegungen beispielsweise kann genauso effektiv sein. Wichtig ist, dass Du Dich wohlfühlst, überzeugend hinter Deiner Botschaft stehst und Freude daran hast, dies deinem Gegenüber zu vermitteln. Die Körpersprache passt sich dann ganz natürlich deiner Rede an. Authentizität ist einer der Geheimnisse der besten Speaker.

6. Setze Pausen sinnvoll ein

Pausen sind ein wirkungsvolles Instrument beim Kommunizieren und bringen gleich mehrere Vorteile mit sich:
Zum sind kurze Pausen im Vortrag oder Gespräch sinnvoll, um das Gesagte beim Empfänger wirken zu lassen. Mehr noch, Pausen sind sogar machtvoll! Laut dem britischen Kulturjournalisten und Autor Simon Reynolds bringen Pausen das Publikum dazu, sich zurückzulehnen und zuzuhören. Halte also eine kurze Pause nach einer wichtigen Botschaft von dir ein, um den Wertigkeitsgehalt zu betonen.

Zum anderen helfen kurze Pausen dir dabei, tief Luft zu holen und durchzuatmen. Insbesondere bei Aufregung senken Pausen deinen Puls und Du vermeidest eine zittrige Stimme. Nimm dir also die Zeit, sammle Dich und dann fahre fort.

7. Stelle Augenkontakt her

Bereits in der Schule wurde uns gesagt, wir sollen unsere Mitschülerinnen und Mitschüler anschauen. Doch wir erinnern uns: Unser Blick fiel hauptsächlich zur Decke, zur Wand oder zum Boden. Die guten unter uns hatten zumindest den Blick zur Lehrerin bzw. Lehrer gewagt.

Augenkontakt kann eine sehr intime Situation sein. Nicht ohne Grund fällt dies nur den wenigsten leicht. Dennoch darf man die Wirkung dabei nicht verachten: Augenkontakt zum Zuhörer sichert uns seine Aufmerksamkeit. Wir animieren die Person dazu, aktiv an unseren Vortrag oder Gespräch teilzunehmen. Dabei solltest Du keine Person im Raum ausschliessen. Du wirkst dadurch selbstbewusster und aufgeschlossener – zwei wichtige Eigenschaften, um effektiver zu kommunizieren.

8. Zeige Respekt

Jetzt werden einige von euch denken „Das tue ich doch generell“. Beim Kommunizieren gibt es aber noch weitere Regeln, um Respekt zu vermitteln. Zum einen solltest Du Dich mit deinem Gegenüber auf Augenhöhe begeben. Damit vermeidest Du einen Machtkampf und gibst diesem ein gutes Gefühl. Wenn alle bei einem Teammeeting sitzen, solltest Du Dich auch auf auf einen Stuhl setzen. Bei einer Präsentation ist das natürlich nicht möglich bzw. nötig.

Eine weitere Geste, um Respekt zu zeigen: Höre deinem Gegenüber zu. Lasse die Person jegliche Fragen, Bedenken und Gefühle mitteilen. Und lasse sie aussprechen! Das schafft eine Vertrauensbasis und vermeidet Konfliktpotenzial.

9. Nutze deine eigenen Worte

Wie bereits angemerkt, solltest Du beim Kommunizieren auf eine natürliche Körpersprache achten und Botschaften in eigenen Worten formulieren. Eine übertriebene Fach- oder Unternehmenssprache führt dazu, Sachverhalte unnötig kompliziert darzustellen. Zudem schwebt immer eine leichte Antipathie dabei mit. Deine Hörerschaft wird deine Ausdrucksweise als geschwollen oder gar als angeberisch empfinden. Rede daher so, wie Du dir es selbst erklären würdest.

10. Sei auf unverblümte Aussagen gefasst

Ein Profi im Kommunizieren kann angemessen auf unerwartete und brutale Kommentare reagieren. Bleibe in der Situation ruhig, zeige Dich respektvoll (siehe Punkt 8) und höre dir die Meinung des Gegenübers an.

Diese Eigenschaft ist bewundernswert! Denke nur an die Menschen, die als Kundenbetreuer/in tagtäglich Beschwerden und Feedback entgegennehmen. Das Geheimnis: Nie etwas persönlich nehmen. Trainiere zudem deine Emotionen, dann wird Du in Zukunft besser damit umgehen können. Hier geht es zum Beitag: Umgang mit schwierigen Menschen.

Du probierst es gleich aus? Super! Bei all den Techniken und Tipps solltest Du folgendes nicht vergessen: Bleib Du selbst! Sorge dafür, dass Du Dich wohlfühlst, egal in welcher Redesituation Du Dich befindest.

Weitere Tipps und Tricks zur Verbesserung deiner Kommunikation findest Du auch auf dem Weg zum Keynote Speaker. Ausserdem habe ich auch einen Beitrag zur interkulturellen Kommunikation.

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