Storytelling – Erzähle Deine Story

Eine weit verbreitete Methode, die Aufmerksamkeit von anderen Personen zu erlangen, ist Storytelling. Wissen in Form von Metaphern weiterzugeben, ist uns seit Urzeiten vertraut und wurde immer praktiziert. Die Zuhörer sollten dabei in die erzählte Geschichte eingebunden werden. Auch im Bereich Public Speaking wird Storytelling erfolgreich von Keynote Speakern genutzt. Dies sind die Experten, die sich Rhetorik zum Beruf gemacht haben und wissen, wie man sein Publikum in den Bann zieht. Ausserdem basiert jeder Film (ausser vielleicht einige wissenschaftliche Dokus) und jeder Roman auf guten Storytelling.

  • Warum Storytelling (haben wir geklärt)
  • Wie geht Storytelling?
  • Einfache Übungen zum Storytelling
  • Beispiele von Storytelling

In diesem Artikel wirst Du schnell und effektiv die Techniken des Storytelling lernen. Wenn Du das Gefühl hast, Du hättest keine spannende Geschichte zu erzählen, dann liegt das ausschliesslich daran, dass Du sie Dir selbst falsch erzählst und keinesfalls daran, dass Dein Leben bisher einfach langweilig war. So los gehts.

Warum Storytelling?

Unternehmen können Geschichten strategisch dazu einsetzen, um Werte in der Unternehmenskultur erfahrbar zu machen. So wird Storytelling gezielt im Leadership und Content-Marketing eingesetzt. Auch Internet bietet eine relativ junge Plattform dazu. Sei es auf YouTube, Facebook, LinkedIn oder gar Instagram: Überall ist es möglich eine Geschichte zu erzählen, ob in Worten oder Bilder. Während unsere Vorfahren rund um das Lagerfeuer sassen und sich dort Geschichten anhörten, tun wir das heute eben auf unseren Smartphones.

Die Geschichten erregen mehr Aufmerksamkeit, sind leichter verständlich und die damit verbundenen Emotionen helfen dabei, die Informationen im Gedächtnis abzuspeichern. Und genau da ist der Wettbewerbsvorteil: Während es heute zwar als “politisch korrekt” gilt, seine Meinung zu äussern, gilt es immer noch als “unprofessionell” seine Emotionen zu zeigen. Wir haben also ein Defizit an Emotionen in der Kommunikation. Je “politisch korrekter” die Institution ist, desto mehr Geld muss sie Ausgeben, um ihre “Message” verbreiten zu können.

Ein Beispiel dazu ist Elon Musk (Tesla): Mit seiner ja so “politisch unkorrekten” Art kriegt er kostenlos mehr PR, als VW mit ihrem gesamten Werbebudget kaufen könnte. Eventuell sollten die tollen Deutschen Automobil-Manager mal umdenken, und nicht ihre absurde “Professionalität”, sondern den Menschen in den Mittelpunkt ihrer “Innovationen” stellen. Das ist der Unterschied zwischen Management und Leadership!

Also überlege Dir mal: Was ist Deine Passion? Wofür stehst Du? Was sollen Leute von Dir denken, was sollen Sie fühlen und was sollen Sie tun, wenn Du sie mit Deinen Worten inspirierst?

Lisa Nichols, Gründerin und CEO von Motivating the Masses, Inc.

Also denke daran, Kommunikation ist die Distanz zwischen Dir und dem was Du willst!

Storytelling Aufbau

Im Gegensatz zur weit verbreiteten Top-Down-Methode, bauen wir hier nun die Story Bottom-Up auf.

Die meisten Guides und Lehrbücher fangen mit der Strategie, Positionierung, Kernbotschaften in der Kommunikation und ähnlichem an und suchen danach eine Story, die zur definierten Strategie/Positionierung passt. Daraus entsteht meist aber keine bewegende Story, sondern ein verzweifelter Versuch von einem Möchtegern die Methode “Storytelling” als konventionelle Selbstbeweihräucherung zu verwenden.

Es sind die Geschichten, die Dich zu dem machen, was Du bist. Du kannst nicht erst definieren, was Du gerne wärst und dann in Deiner Vergangenheit nach Dingen suchen, die Dich zu eben genau nicht dem gemacht haben. Logisch, nicht? Du müsstest in diesem Fall von einer Vision sprechen und Dinge erzählen, die Du noch machen wirst. Aber das ist weitaus schwieriger, denn dies bedingt 100%ige Authentizität und Glaubhaftigkeit, etwas, was sich mit “politischer Korrektheit” auch nicht unter einen Hut bringen lässt. Also bleiben wir bei den einfachen Dingen des Lebens.

Zuerst brauchst Du eine Story. Gute Geschichten kommen von einem Vorfall in Deinem Leben:

  1. Identifiziere einen Vorfall.
  2. Finde die Eckpunkte von dem was vorgefallen ist.
  3. Überprüfe, nun, ob Du ein “Learning” aus diesem Vorfall gezogen hast.
  4. Falls ja: Wird Deine Geschichte die Zuhörer berühren oder Inspirieren?
  5. Falls nein: Beginne wieder bei Punkt 1.

Hast Du nun Deinen Vorfall gefunden, aus dem Du etwas gelernt hast, so hast Du nun eine Basis zum Aufbau Deiner Story.

Erzeuge Relevanz: Warum ist die Geschichte für die Zuhörer wichtig?
Dein Publikum muss sich mit Dir oder dem Charakter Deiner Geschichte identifizieren können. Besteht Dein Zielpublikum aus Managern, dann fange Dir Geschichte an mit Deiner Management-Erfahrung. Wie Du das machst, das zeige ich Dir gleich.

1. Der Beginn Deiner Story: Es war einmal … Obschon viele Geschichten mit “es war einmal ein…” beginnen, würde ich diese Worte nicht verwenden.
Sei spezifischer! Also zum Beispiel: “Im Jahr 1999, kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase …” – Da erinnert sich jeder Manager daran und fühlt schon mit Dir mit! Dies bildet die Ausgangslage: Zeitlich und räumlich zwar anders als die gegenwärtige Situation, aber die Bühne steht.

2. Im Jahr 1999, kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase hat ein Manager … Nein! Auch hier musst Du spezifischer sein. Was war das für ein Mensch? Natürlich war er gleich, wie die Leute im Publikum! Er hatte eventuell eine gute Ausbildung, einen stressigen Job, Übergewicht, keine Zeit für Sport usw. – Nimm hier die Dinge, die auch auf Dein Publikum zutreffen. Damit haben wir den Zuhörer in der Hauptrolle.

3. Nun kommt die Herausforderung: Vor welchem Problem stand dieser Manager? Stand er vor dem Ruin? Traf ihn einen Schicksalsschlag?
Diesen Tiefpunkt der Story solltest Du so bildlich wie möglich darstellen – der Zuhörer muss mitfühlen und sich in der Situation sehen können!

4. Jetzt kommt das Wichtigste, nämlich die ganze Story mit dem Wort “obschon” zu starten! Denn damit schaffen wir eine Ausgangslage bereits mit der Erwartung, dass etwas passieren wird.
Obschon wir nun beispielsweise einen gut qualifizierten, intelligenten Manager in den Köpfen der Leute generiert haben, mit dem sie sich identifizieren können, steht nun dieser vor einem Problem. Und “bäääääm” – die Zuhörer sehen sich selbst mit dem Problem konfrontiert und können die Lösung kaum noch abwarten.

5. Präsentiere nun, wie der Manager das Problem gelöst hat und was er daraus gelernt hat. Am Ende der Story sollte er besser dastehen als in der Ausgangslage in Punkt 1!

Storytelling Übung

Nun nimmst Du Deine Geschichte und baust diese nach dem obigen Schema auf.

Schreibe die Geschichte auf Papier mit einem grossen Zeilenabstand, um Korrekturen anbringen zu können.

Nimm Dein Smartphone, aktiviere die Kamera und filme Dich dabei, wie Du die Geschichte erzählst.

Schaue nun das Video an und schaue, was Du verbessern kannst. Alle Verbesserungen solltest Du auf Deinem Script festhalten.

Rufe nun die hyperaktivsten Freunde an, die Du kennst und erzähle ihnen die Geschichte. Achte genau darauf, an welcher Stelle sie die Aufmerksamkeit verlieren. Markiere auch diese in Deinem Script.

Analysiere diese Schwachpunkte und versuche mit den obengenannten Tipps auch diese auszumerzen oder gegebenenfalls die Story zu komprimieren.

Storytelling Beispiele

Wenn Du Inspiration brauchst, dann höre Dir ein paar TED-Talks an.
Ein gutes Beispiel von Storytelling findest Du auch in folgendem Video:

Eine weit verbreitete Methode, die Aufmerksamkeit von anderen Personen zu erlangen, ist Storytelling. Wissen in Form von Metaphern weiterzugeben, ist uns seit Urzeiten vertraut und wurde immer praktiziert. Die Zuhörer sollten dabei in die erzählte Geschichte eingebunden werden. Auch im Bereich Publi

Ein Beispiel für Storytelling in einem Blog-Artikel findest Du hier.

Wenn Du Deine Rhetorik verbessern willst, dann lese diesen Artikel über Rhetorik-Trends oder lese Sprechen vor Publikum in 10 einfachen Schritten.
Ich werde diesen Artikel, der schon etwas älter ist, auch bei Gelegenheit noch Updaten und ergänzen.

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