Griechischer Bergtee

sideritis scardica

Griechischer Bergtee oder griechisches Eisenkraut heisst der Kräutertee, der gerade einen kleinen Boom erfährt, da ihm zahlreiche positive Wirkungen nachgesagt werden. In der Volksmedizin wird er gegen Erkältungen und Gastritis, sowie wegen seiner angeblich entzündungshemmenden Wirkung gegen Rheuma und wegen seiner antibakteriellen Wirkung in äusserer Anwendung zur Behandlung von Wunden verwendet.

Doch was kann dieser Kräutertee wirklich, wie schmeckt er und was bringt er einem gesunden westlichen Menschen? Angeblich wurde das Elixier auch von Hirten zur Entspannung nach getaner Arbeit getrunken. Deshalb kennt man den griechischen Bergtee auch unter dem Namen „Hirtentee“.
Also trinkt man in der Hipster-Szene bald anstelle des Feierabendbieres einen Feierabend-Bergtee? 😉

Der „Griechischer Bergtee“ Test

Als Erstes wollte ich mal wissen, wie die Brühe denn schmeckt und ob man eine unmittelbare Wirkung spürt. Dazu habe ich mich auf die Suche nach diesen oberirdischen Pflanzenteilen gemacht. Als Stadtbewohner nicht auf dem Berg, sondern in Drogerien und Apotheken. Ich wurde etwa fünfmal verdutzt angeschaut und mit der Antwort: „Können wir bestellen“ auf den Weg zum nächsten Kräuter-Dealer geschickt. Dann wurde ich fündig.

Griechischer Bergtee
Griechischer Bergtee (sideritis herba conc) oder auch Griechisches Eisenkraut in Bio-Qualität

Der Preis von CHF 12.95 für 120 Gramm scheint mir nicht zu hoch, da auf der Verpackung „BIOLOGISCH“ steht. Der Lieferant ist die Dixa AG. Die Dosierungsempfehlung auf der Verpackung lautet: Soweit nicht anders empfohlen, 1-2 Teelöffel mit kochendem (*) Wasser übergiessen und 5 min ziehen lassen.

(*) da der Siedepunkt 0,003354 °C je Meter über dem Meeresspiegel sinkt, bedeutete das für einen Hirten auf einem griechischen Berg (3000) eine Temperatur von 90 °C. 😉

Das Aussehen und der Geruch von griechischem Bergtee erinnern mich ein wenig an Salbei, wobei hier offenbar auch die Stängel der Pflanze verarbeitet wurden. Mit beinahe kochendem Wasser übergossen zeigt sich folgendes Bild:

Griechischer Bergtee
Griechischer Bergtee Aufguss

Nach dem Aufguss riecht das ganze nur noch halb so gut und der Geschmack finde ich jetzt auch nicht überwältigend. Mit etwas Honig lässt sich der Tee aber ganz gut trinken. Immerhin … die meisten anderen Adoptogene (z.B. Ginseng) schmecken nicht so gut.

Zur Entspannung?

Unmittelbar ist keine Wirkung des Tees zu verspüren – jedoch könnte sich meine Stresstoleranz bereits erhöht haben, denn es nervt mich kein bisschen, dass ich ständig Pflanzenstücke ausspucken muss, da ich nicht auf die Idee gekommen bin ein Tee-Ei zur Zubereitung zu verwenden 😉

Update (09.04.2019): Nun sind es zwei Monate, seit meiner ersten Tasse des Tees. Ich habe etwa vier bis fünfmal in der Woche etwa einen Liter des Gebräus zubereitet und über den Tag hinweg getrunken. Eine entspannende Wirkung konnte ich jedoch auch nach längerer Zeit nicht verspüren. Falls Du also keine innere Ruhe finden kannst, dann empfehle ich Dir eher jeden Tag zu meditieren oder eine einfache Entspannungsübung zu praktizieren.

So nun zum ernsthafteren Teil… warum solltest Du Sideritis Scardica dennoch trinken?

Griechischer Bergtee hilft gegen Alzheimer

Sideritis Scardica wurde in verschiedenen medizinischen Studien untersucht mit derart guten Ergebnissen, dass diese Art eine so hohe Nachfrage erfahren hat, dass sie unter Naturschutz gestellt werden musste. Der originale Hirtentee besteht jedoch aus bis zu 150 verschiedenen Arten von Sideritis – wobei neuere Studien sogar zeigen, dass die Kombination verschiedener Arten eine synergetische Wirkung zeigt.

Griechischer Bergtee

Heutzutage ist die Alzheimer-Krankheit das häufigste Epiphänomen der alternden Bevölkerung. Obwohl lösliche Amyloid-β (Aβ) Spezies (Monomere, Oligomere) als Auslöser der Krankheit anerkannt sind, kann kein therapeutischer Ansatz sie stoppen. Pflanzliche Arzneimittel werden in vielen Regionen der Welt zur Behandlung verschiedener Krankheiten eingesetzt. Auf der Balkanhalbinsel, am östlichen Mittelmeer und in angrenzenden Regionen werden Sideritis-Arten als traditionelle Medizin eingesetzt, um altersbedingte Probleme bei älteren Menschen zu vermeiden. Um dieses traditionelle Wissen in kontrollierten Experimenten zu bewerten, haben wir Extrakte aus zwei häufig verwendeten Sideritis-Arten, Sideritis euboea und Sideritis scardica, hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Kognition bei APP-transgenen und gealterten, nicht-transgenen C57Bl/6-Mäusen getestet. Zusätzlich wurden histomorphologische und biochemische Veränderungen im Zusammenhang mit der Deposition und Behandlung von Aβ untersucht. Wir fanden heraus, dass die tägliche orale Behandlung mit Sideritis spp. bei älteren, nicht-transgenen sowie bei APP-transgenen Mäusen eine stark verbesserte Kognition bewirkt, ein Effekt, der noch ausgeprägter war, wenn Extrakte beider Arten in Kombination angewendet wurden. Die Behandlung reduzierte die Aβ42 Belastung bei APP-transgenen Mäusen stark, begleitet von einer erhöhten phagozytischen Aktivität der Mikroglia und einer erhöhten Expression der α-Sekretase ADAM10. Darüber hinaus war die Behandlung in der Lage, den neuronalen Verlust von APP-transgenen Mäusen auf ein normales Niveau zu bringen, wie es bei nicht-transgenen Kontrollen der Fall ist. In Anbetracht des traditionellen Wissens implizieren unsere Ergebnisse, dass die Behandlung mit Sideritis spp. Extrakten eine potente, gut verträgliche Option sein könnte, um Symptome kognitiver Beeinträchtigungen bei älteren Menschen und im Hinblick auf die Alzheimer-Krankheit zu behandeln, indem sie ihre wichtigsten Markenzeichen beeinträchtigt: Aβ Pathologie und kognitiver Rückgang.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27258424



Griechischer Bergtee als Antidepressiva

Extrakte aus Sideritis ssp. hemmen die Wiederaufnahme von Serotonin, Dopamin und Noradrenalin in die Nervenzellen. Dr. Rainer Knörle und Dr. Peter Schnierle zeigen. dass Sideritis sich als vielversprechende Alternative zu Johanniskraut erweist. Sideritis zeigt weniger Nebenwirkungen (wie der langjährige Gebrauch in den südost-europäischen Ländern beweist). Durch eine antidepressive Therapie mit Sideritis können problematische unerwünschte Wirkungen von Johanniskraut vermieden werden, wie zum Beispiel die Photosensibilisierung der Haut oder die Interaktionen mit anderen Arzneimitteln.

Griechischer Bergtee ist entzündungshemmend

Entzündungen gehen vielen schweren Erkrankungen wie Krebs oder Alzheimer voraus. So wird zum Beispiel in den USA das Medikament Aspirin durch seine entzündungshemmende Wirkung zur Prävention von Darmkrebs eingesetzt.

Verdauung

Griechischer Bergtee soll die Entzündung im Magen-Darm-Trakt verringern, wahrscheinlich aufgrund seiner Phenole und Antioxidantien. Der Tee vermindert Entzündungen und toxische Stoffe im Magen und schützt die Magenwände.

Weitere Studien

Auf der bekannten medizinischen Publikations-Plattform PubMed.gov sind zum Thema „Sideritis + inflammatory“ bereits über 40 Studien zu finden. Ich werde die nach und nach durchgehen und die wichtigsten hier auflisten.

Griechischer Bergtee bei der Menopause

Der Tee könnte beim Abnehmen helfen

In folgender Studie wurde festgestellt, dass Stoffwechselstörungen, welche mit der Menopause auftreten, durch griechischen Bergtee gemindert werden könnten.

Die Menopause ist gekennzeichnet durch tiefe Stoffwechselstörungen, einschließlich verminderter Insulinempfindlichkeit, Adipositas und Veränderungen in den Lipidprofilen. Die Östrogenersatztherapie kann diese Veränderungen teilweise rückgängig machen, und obwohl sie bei den meisten gesunden postmenopausalen Frauen sicher ist, gibt es immer noch Bedenken hinsichtlich eines erhöhten Risikos für Brust- und Gebärmutterhalskrebs sowie eines Risikos für Herz-Kreislauf- und Thromboembolieerkrankungen. Daher können bestimmte Naturstoffe mit positiver metabolischer Wirkung als mögliche Alternative oder Begleitbehandlung bei Patienten, die nicht bereit sind, Östrogene einzunehmen, oder bei Patienten mit Kontraindikationen für Östrogene in Betracht gezogen werden. Ziel dieser Studie war es, den Einfluss von Sideritis scardica (Bergtee)-Extrakt auf Stoffwechselstörungen durch Ovariektomie bei Ratten zu untersuchen. Die Studie umfasste 24 Ratten, die in drei Gruppen eingeteilt waren: ovariektomierte Ratten, die mit 200 mg/kg S. scardica Extrakt für 24 Wochen (n = 8) behandelt wurden, ovariektomierte, unbehandelte (n = 8) und Sham-operative (n = 8) Ratten. Nahrungsaufnahme, Gewichtszunahme, Körperzusammensetzung, Nüchtern-Glukosespiegel, Reaktion auf orale Glukose-Herausforderung, Leberglykogengehalt, Katalaseaktivität, Thiolgruppen und Malondialdehydkonzentrationen sowie AMP-aktivierte Proteinkinaseaktivität in Leberzellen wurden untersucht. Ovariectomized Ratten, die mit S. scardica Extrakt behandelt wurden, hatten niedrigere Bluttriglyzeride, verringerte fastende Glukosespiegel, sowie niedrigere Glukosespitzen nach oraler Glukoseausforderung, erhöhten Leberglykogengehalt und erheblich höhere Katalaseaktivität und Thiolgruppenkonzentration als unbehandelte ovariectomized Ratten. Die Fähigkeit des S. scardica-Extrakts, Stoffwechselstörungen im Zusammenhang mit der Ovariektomie abzuschwächen, war mit der Aktivierung der AMP-aktivierten Proteinkinase in Leberzellen verbunden.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30690690

weitere Studien zu Sideritis im Zusammenhang mit Bluthochdruck, ADHS, Libido, Bluthochdruck, Asthma usw. folgen …

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