Warum Scheitern etwas Gutes ist

Hast Du Angst vor dem SCHEITERN? Jedem von uns ist schon mal diese Situation widerfahren: Wir haben uns ein Ziel vorgenommen, uns bestens darauf vorbereitet und am Ende sind wir dennoch gescheitert. Egal ob es eine Sache im Privatleben oder beruflichen Bereich ist: Es schmerzt und wir fühlen uns schwächer und unfähiger, als wir in Wirklichkeit sind. Das muss nicht sein. Was Du in diesem Artikel lernen wirst:

  • Warum Du glaubst, dass Scheitern schlecht ist.
  • Warum die Angst zu versagen krank macht.
  • Was Du nach einem Fehlschlag tun solltest.
  • Warum Scheitern mit dem richtigen Mindset zum Erfolg führt.
  • Wie Du Deine Versagensangst endgültig besiegst.
  • Wie Du es schafft, nie mehr zu scheitern.

Wir haben Angst die Erwartungen von anderen Menschen in unserer Umgebung nicht befriedigen zu können. Gerade in der Schweiz wird Scheitern und Versagen besonders negativ konnotiert. Wenn etwas nicht so klappt, wie wir es uns vorgestellt haben, verlieren wir den Glauben an uns selbst, was sich in körperlichen wie auch mentalen Symptomen bemerkbar machen kann. 

Erfolgreiche Unternehmer

In den USA ist es beispielsweise vollkommen normal mehrere Male zu versagen bis man sein Ziel schlussendlich erreicht hat. Hierfür gibt es auch dutzende lebende Beispiele wie Tony Robbins, der auf dem Weg zu seiner Karriere mehrere Male gescheitert ist.

Auch der Erfinder der Elektrizität Edison hat mehrere tausende Male Fehlversuche gehabt, bis er einer der wichtigsten Erfindungen für die Menschheit auf den Markt bringen konnte.


“Ich habe nicht versagt. Ich habe gerade 10000 Wege gefunden, die nicht funktionieren werden.”

Thomas Edison

Wenn Du dennoch das Gefühl hast, Du seist ein Versager, weil Du einen Fehlschlag hattest, dann lese mal die Biografie von Elon Musk – dem Gründer von Tesla und SpaceX.

Tatsächlich haben Menschen in den USA ein anderes Bild von Fehlschlägen, als wir in Deutschland. Sie werden dort als natürlicher Prozess angesehen. Zudem ist die gesellschaftliche Ächtung und der Druck nicht so gross wie in Deutschland. Egal ob Schauspieler oder erfolgreicher Investor: Wenn wir uns erfolgreiche Persönlichkeiten aus den Staaten anschauen, können wir ein gemeinsames Muster erkennen, und zwar dass alle schon mal gescheitert sind. 

Uns wird aber von klein auf beigebracht, dass Scheitern etwas Schlechtes und dass Versagen beschämend ist. Dies sitzt tief in unserer Persönlichkeit und macht uns ein Leben lang zu Angsthasen.

Was ist also “Scheitern”?

Wir können feststellen, dass Scheitern pauschal nichts Schlechtes ist.

Ganz im Gegenteil: Ein Fehlschlag können wir sogar zu unserem Vorteil nutzen! Wenn etwas nicht so geklappt hat, wie wir es uns vorgestellt und ausgeplant haben, dann beginnen gewisse Hirnareale verstärkt zu arbeiten. Das bedeutet in der Praxis, dass wir nach anderen Handlungsalternativen suchen, um unser gewünschtes Ziel zu erreichen. Unser Gehirn hat nämlich verstanden, dass der vorherige Weg nicht sonderlich effektiv war. Deswegen sagen manche Menschen, dass es besser ist, wenn früher scheitert, da man dann ohne grosse Ressourcenverschwendung nach Handlungsalternativen suchen kann. 

Die Kunst “richtig zu versagen” ist sicherlich kein Kinderspiel. Vielen Menschen fällt es emotional schwer von einer Idee loszulassen. Zudem fürchten sie gesellschaftliche Ächtung.

Ein Fehlschlag kann uns auch sehr viel über uns Selbst und unsere Persönlichkeit lehren. Wenn man über sein Leben reflektiert, kann man feststellen, dass es vor allem die schwierigen Situationen waren, die einem dabei weitergeholfen haben über sich selbst hinauszuwachsen und seine Persönlichkeit zu entwickeln. 

Dies sind nämlich die Momente, wo wir aus unserer Komfortzone herauskommen und neue Wege einschlagen. Der Fehlschlag ist meisten nur ein geistlicher Trigger, der unserem Gehirn dabei hilft in neue Wegen zu denken. Deswegen sollte man niemals einen Fehlschlag mit dem “Ende” gleichsetzen. Man sollte in einem Fehler viel mehr eine Chance sehen, um sich selbst weiterzuentwickeln und besser zu werden. Meistens ist dem auch so!

Wenn wir unser Mindset bezüglich Fehlern verändern, betrachten wir sie auch anders. Fest steht nämlich: Es wird im Leben niemals alles wie nach einem Skript laufen. Deswegen ist es besser mit ungewohnten Situationen so gut wie möglich umzugehen. 

Was ist Versagensangst? 

Die Angst zu Versagen hat jeder schon mal verspürt. Je besser wir sie kennen, desto besser können wir mit ihr umgehen. Oftmals reicht schon der Gedanke an eine bestimmte Situation aus, damit wir in Angst versetzt werden und nicht weiter kommen.

Typische Symptome der Versagensangst sind:

  • Schwitzen
  • Nervosität
  • Körperliche Anspannung
  • Anspannung der Muskeln
  • Appetitlosigkeit
  • Schweissausbrüche
  • Herzrasen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Schlafstörungen.

Betroffenen fällt es besonders schwer abends einen ruhigen Gedanken zu fassen und sich entspannt ins Bett zu legen. Auch nachts drehen sich die meisten Gedanken dann nur um die jeweilige Versagensangst.

Wer sich vor dem Morgen fürchtet,
weil er versagen könnte, begrenzt seine Fähigkeiten. 
Wer versagt, hat nur eines zu machen; 
noch einmal, aber überlegter, von vorn zu beginnen. 
Versagen ist keine Schande, nur die Furcht davor.

Gefunden auf: https://www.myzitate.de/henry-ford/

Ganz objektiv und rational betrachtet, bereitet uns die Angst vor dem Versagen nur mehr Probleme, als Vorteile. Im Alltag können wir uns schlecht konzentrieren und es kommt zu Denkblockaden, die unsere Kreativität hemmen.

Gerade Menschen, die in kreativen Berufen arbeiten, können stark von Versagensängsten eingeschränkt werden. Viele Situationen führen auch zur Selbstsabotage, was zur Folge hat, dass unsere Angst uns davor bewahrt mehr zu erreichen oder unseren Traum zu verwirklichen.

Einige Personen können so stark von Versagensängsten betroffen sein, sodass sie an Burnout erkranken. Meistens sind es aber genau diese Ängste, die dazu führen, dass wir unsere Ziele nicht erreichen. 

Wie entstehen Versagensängste? 

Wie ich in meinem Artikel über Angst bereits geschrieben hatte, sind das längst überholte Urinstinkte, die aus der Zeit der Säbelzahntiger stammen. Wir haben Angst von unserer Herde oder unserem Clan ausgestossen zu werden, da dies bis vor wenigen Jahrzehnten noch einem Todesurteil gleich kam. Dies führt dazu, dass wir allen versuchen zu gefallen.

Hinzu kommt, dass wenn wir bereits in der Vergangenheit Erfahrungen damit gemacht haben, dass wir unsere Ziele nicht erreichen konnten, wir uns innerlich wie ein Versager fühlen. Dies schadet unserem Selbstvertrauen und unser Glaube an uns selbst schrumpft mit der Zeit. Wir versuchen unsere Ziele nicht nur nach SMART zu definieren, obwohl wir viel mehr Kapazitäten besitzen, sondern verändert langfristig unser gesamtes Selbstbild: Wir glauben Versager zu sein oder schmücken uns mit Erfolgen, die eigentlich gar keine sind.

Wie werden wir nun unsere Versagensängste los? Um nachvollziehen zu können, wie wir am besten mit diesen natürlichen Ängsten umgehen können, müssen wir zunächst verstehen auf welche Art und Weise diese Versagensängste entstehen. 

Viele Menschen haben schlichtweg zu hohe Erwartungen an sich selbst und setzen sich zu viele unterschiedliche Ziele, welche sie im gleichen Zeitraum erreichen wollen. Energie folgt der Aufmerksamkeit! Ist unsere Aufmerksamkeit verstreut, verstreuen wir auch unsere Energie respektive unsere Ressourcen. Das Resultat ist dann Enttäuschung.

Das grösste Problem ist aber, dass wir die Erwartungen anderer Menschen enttäuschen. Wir haben verschiedene “Shareholder”, wie die Familie, Freunden, Arbeitgeber und gegebenenfalls einen Partner. Oftmals kommt es dabei zum Konflikt mit den eigenen Wünschen und Kapazitäten.

Wenn wir scheitern, haben wir Angst den Ansprüchen anderer Personen nicht zu genügen. Diese Erfahrungen machen bereits junge Menschen in der Schule. Sie haben Angst vor der Notenvergabe, weil sie denken, dass sie den Erwartungen anderer Personen nicht genügen können.

Gesellschaftlich nicht anerkannt zu werden, kann in unseren Hirnarealen den gleichen Schmerz wie bei körperlichen Verletzungen auslösen. Viele Personen haben auch Angst die Beziehungen zu anderen Menschen zu verlieren und fürchten sich deswegen besonders stark vor dem Scheitern. Andere Menschen haben wiederum Angst ihrem eigenen Selbstbild nicht entsprechen zu können. 

Das Problem liegt aber nicht bei Deiner Leistung, sondern daran, dass Du nicht weisst, wie man richtig Ziele setzt! Es gibt sich konkurrierende Ziele, zu hohe Ziele, zu niedrige Ziele, sich synergetisch unterstützende Ziele, linear erreichbare Ziele (in Raum und Zeit) und solche, die lassen sich auf einer anderen Ebene unabhängig von Raum und Zeit erreichen.

Ob Du sie erreichst oder nicht, hängt nur von einem Faktor ab: Der Energie, die Du in sie investierst. Du versagst also nur, wenn Du aufgibst und auch nur dann, wenn Du ein Ziel aufgibst, welches lohnenswert gewesen wäre, es zu erreichen.

Merkst Du auf dem Weg zum Ziel, dass sich die Umstände verändert haben, und nun eine andere Ausgangslage herrscht, als zum Zeitpunkt, als Du das Ziel definiert hast, dann sprich nicht von “Aufgeben”, sondern von einer “Adaption” respektive einer Anpassung Deiner Ziele.

Was Du nach einem Fehlschlag tun kannst

Nur weil man beim ersten Mal nicht erfolgreich ist, bedeutet das nicht, dass man scheitert. Es braucht oft viele Versuche, um erfolgreich zu sein, also ist der einzige Weg, wie man wirklich scheitern kann, wenn man aufhört, es zu versuchen. Solange Du weitermachst, ist “Versagen” nur vorübergehend.

Es gibt viele Dinge, die man tun kann, um mit einem Fehlschlag richtig umzugehen. Was man jedoch auf jeden Fall vermeiden sollte, wenn man das Gefühl hat, “gescheitert zu sein”, ist, den Kopf in den Sand zu stecken. Sich selbst emotional “fertig zu machen”, indem man sich mit dem nicht-erfolgreichen Versuch identifiziert, führt zu einem Gefühl der Schwäche und Erniedrigung, denn es ist egal, ob die Worte von Dir oder von jemand anderem kommen – die Wirkung ist die gleiche. Gedanken oder Aussagen, die mit “Ich bin …” beginnen, sollten immer positiven Charakter haben. “Ich bin ein Versager” sollte also einfach durch “Ich bin der Beste in dem was ich tue, war aber diesmal wenig erfolgreich” ersetzen.

Wie Du nie mehr scheiterst

“Anforderungen erfüllen”, als Zwischenziel setzen: Hast Du ein “Endziel” vor Augen, welches Du erreichen willst, dann lerne erst alle Anforderungen kennen. Je besser Du Dich mit den Anforderungen auseinandersetzt, desto besser und sicherer kannst Du vor-planen. Setze Dir die Erfüllung jeder einzelnen Anforderung als Zwischenziel. Wenn Du Deine Zwischenziele nun kennst, dann solltest Du Dich intensiv damit beschäftigen, wie viel Zeit Du tatsächlich benötigt, um die jeweiligen Ziele zu erreichen. So kannst Du auf dem Weg zu Deinem Endziel immer wieder kleine Erfolge feiern.

Time-Management: Es ist immer besser sich eine gewisse Pufferzeit einzuplanen. Vor allem ist es wichtig, die Zeit überhaupt zu planen. Ich kenne unzählige Leute, die sagen, sie hätten keine Zeit, um gewisse Dinge zu erledigen – man sie aber fragt, was sie denn alles zu tun hätten, stellt man fest, dass ihre Agenda beinahe leer ist. Wenn ich dann etwas nachhake, stelle ich regelmässig fest, dass sie sich einfach ablenken. Daher der Grundsatz: Erledige zuerst das Unangenehme! Dann hast Du auch nichts mehr, wovor Du Dich ablenken willst und viel mehr Zeit für Deine Zielerreichung.

Lerne: Frage Dich, was Du lernen und wissen musst, um Dein Ziel schneller zu erreichen. Die meisten Ziele benötigen ein gewisses Know-how und andere lassen sich viel schneller erreichen, wenn man den “Prozess” optimiert. So musste ich mal eine 80-seitige Arbeit schreiben und ich bin echt nicht schnell im Tippen. So habe ich mich eine Stunde mit Spracherkennungssoftware beschäftigt und ein wenig am Ablauf “gepröbelt” und hatte am Ende eine Lösung, mit der ich etwa Faktor 10 schneller war, als wenn ich alles eingetippt hätte.

Hindernisse, die auf Dich zukommen könnten: Dies können sowohl Menschen sein, die Dir in den Weg stehen wie auch schwierige Situationen, mit denen Du umgehen lernen musst. Überlege Dir auch, wo Du in diesen Situationen Unterstützung bekommen kannst. Dies kann zum Beispiel ein Mentor oder ein Experte sein, der sich in dem jeweiligen Bereich viel besser auskennt, als Du.

Verinnerliche Dein letztes Erfolgserlebnis: Obwohl wir manchmal scheitern, gelingt uns auch vieles, was wir uns vorgenommen haben. Leider erinnert sich unser Gehirn unbewusst (evolutions-technisch bedingt) viel besser und intensiver an unsere Fehlschläge (die als Gefahren eingestuft werden), anstatt an die Dinge, die wir bereits erreicht haben. Dies können wir jedoch bewusst ändern, indem wir unsere letzten Erfolgserlebnisse verinnerlichen und dankbar dafür sind. Schliesse Deine Augen und versuche Dich so gut wie möglich in diese Situation zu erinnern. Denke dabei an alle Sinneseindrücke, die Du gehabt hast. Damit verändert sich sogar Deine Körperchemie. Je öfter Du diese intensive Visualisierung durchführst, desto stärker wird Dein Selbstvertrauen. 

Suche Dir einen Mentor: Ein Mentor muss nicht zwingend ein Coach oder eine Person sein, welche Du wirklich triffst. Ein Mentor kann Dich auch über Artikel, Videos und Bücher positiv beeinflussen. Am besten suchst Du Dir einen Mentor, der ebenfalls auf seinem Weg mehrfach gescheitert ist und dennoch heute seinen Traum lebt.

Entwickle neue Strategien: Flugzeuge, mit denen wir heute fliegen, gehören zu einer der sichersten Transportmittel der Welt. Dies war jedoch nicht immer so! Flugzeuge haben eine ganze Evolution durchgemacht haben. Seit Jahrtausenden versuchen Menschen zu fliegen und lange ist jeder Versuch gescheitert. Dennoch hat jeder, der einen Absturz überlebt hat weitergeforscht und bessere Modelle entwickelt. Daher können wir uns heute in einen Flieger setzen ohne Angst haben zu müssen, dass wir das Ziel nicht lebend erreichen. Die Fehlschläge aus der Vergangenheit haben den Herstellern dazu verholfen, die besten Flugzeuge der Geschichte zu bauen.

Eine Vision: Es zahlt sich aus, sich mental in die Zukunft zu versetzen: Frage Dich dazu, wie Du Dich fühlen würdest, wenn Du das Ziel bereits erreicht hättest. Frage Dich auch, was anders sein wird und wer alles davon profitieren würde. Spüre, wie Du Dich in dieser Zukunft fühlen würdest. Visualisiere einen ganzen Tag Deiner Zukunft in allen Details. Lasse keinen Deiner Sinne dabei aus. Je reeller Du Deine mögliche Zukunft wahrnehmen kannst, desto besser kannst Du im Hier und Jetzt auch eine passende Strategie entwickeln.

Reflektiere regelmässig: Sobald Du eine Strategie hast, so muss man ins Tun kommen. Du machst denn ersten “Sprint” indem Du alle Deine Energie in eine einzige massive Aktion setzt und anschliessend überprüfst, ob Du den ersten Meilenstein der geplanten Zeit geschafft hast. Falls die Resultate nicht zufriedenstellend sind, solltest Du gleich Anpassungen an der Herangehensweise vornehmen. Je früher Du merkst, dass etwas nicht so klappt, wie Du es geplant hast, desto weniger Zeit hast Du verloren. Du hast nicht versagt, sondern eine weitere Möglichkeit zur Verbesserung gefunden. Gratuliere!

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