Was ist Human Centered Design?
Human Centered Design erklärt: nutzerzentrierte Prozesse, Ablauf, Grenzen, Abgrenzung zu Design Thinking – und wofür HCD im Online-Business taugt.
Human Centered Design (HCD) ist ein Design- und Management-Framework, das Lösungen entwickelt, indem es die menschliche Perspektive in jeden Schritt des Prozesses einbezieht. Ziel sind innovative Lösungen, die sich an tatsächlichen Bedürfnissen orientieren – nicht an Annahmen.
Der Mensch im Mittelpunkt
Im Management ist HCD eine menschenzentrierte Innovationskultur und Basis einer zukunftsorientierten Unternehmens- und Produktstrategie. Die Implementierung ist anspruchsvoll – und genau deshalb schwer zu kopieren. Damit kann HCD selbst zur USP werden.
Zentrale Fragen
Wie biete ich dem Kunden ein Angebot, das wirklich seinen Bedürfnissen entspricht? Was ist ihm wichtig? Im Mittelpunkt stehen Zuhören, Beobachten und Verstehen – auf rationaler und emotionaler Ebene.
Eine mögliche Vorgehensweise:
- Sekundäre Marktforschung.
- Interviews / Gruppen- oder Experten-Interviews (empirische Forschung).
- Prototyp erstellen.
- Feedback zum Prototyp bei den Stakeholdern aus Punkt 2 einholen.
Danach: Information verdichten, Lösungen entwickeln, testen, Resultate analysieren. Funktioniert die Lösung, wird sie implementiert.
Diese Vorgehensweise findet sich auch in der ISO 9241-210:2010(E), die 2010 die ISO 13407 «Benutzer-orientierte Gestaltung interaktiver Systeme» abgelöst hat.
Kritik am Human Centered Design
HCD allein führt oft zu Fehlentwicklungen, weil befragte Personen nicht wissen, was sie wollen oder brauchen. Substitutionsgüter denkt sich selten ein Endkunde aus. Henry Ford hat das pointiert formuliert:
«Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt: schnellere Pferde.»
Im Vergleich zum Design Thinking führt HCD seltener zu echten Innovationen. Nutzer wollen meist ein besseres bestehendes Produkt, nicht ein völlig neues. Das Resultat: bessere UX, aber kein neues Angebot.
Design Thinking zielt dagegen explizit auf innovative, kreative Lösungen, die Nutzeranforderungen treffen können und als Substitut funktionieren.
Online-Business mit Human Centered Design starten
Wenn Du ein Startup gründen oder eine Geschäftsidee evaluieren willst – oder die UX eines bestehenden Produkts verbessern willst – ist HCD eine kostengünstige Option. Über Social Media lässt sich heute direkt Marktforschung betreiben. Suchmaschinen helfen bei der Konkurrenzanalyse und zeigen schnell, ob die Idee tot oder ein Blue Ocean ist.
Die Möglichkeiten der Digitalisierung lassen Kundenbedürfnisse erkennen, MVPs (Minimal Viable Products) bauen und direkt am Zielpublikum testen.
Wie Du Dein eigenes Online-Business aufsetzt, steht im Beitrag «Online-Business starten».
HCD für die persönliche Entwicklung
Die meisten Modelle aus der Betriebsökonomie funktionieren nicht nur für Organisationen, sondern auch für einzelne Menschen. Wer sich selbst als „User“ betrachtet, kann mit HCD die eigenen Bedürfnisse, Herausforderungen und Ziele schärfen:
- Verstehen der eigenen Bedürfnisse, Motivationen und Verhaltensweisen.
- Definition von Zielen und Herausforderungen auf dieser Basis.
- Ideenfindung: verschiedene Optionen entwickeln.
- Prototyping: Ideen testen, herausfinden, was funktioniert.
- Umsetzung der besten Lösungen, regelmässige Überprüfung.
So hilft HCD, gezielt Massnahmen zu setzen statt im Trial-and-Error stecken zu bleiben.
Fazit zum HCD
Human Centered Design priorisiert die Perspektive der Nutzer und liefert dadurch Produkte und Dienstleistungen mit hoher UX. Im heutigen Wettbewerb hilft das, Kunden zu gewinnen und zu halten – und sich an verändernde Marktbedingungen anzupassen. Wer mehr dazu lesen will, findet weitere Hebel in den Beiträgen zur digitalen Transformation und zum Lean Management.