Daoismus
Für mich ist Daoismus vor allem Praxis. Im Mittelpunkt stehen einfache, körperliche Übungen und eine Sprache, mit der sich Erfahrung beschreiben lässt. Die Texte richten sich an Menschen, die Stille, Atem, Haltung und Aufmerksamkeit ernsthaft üben wollen.
Daoismus als Praxis
Begriffe wie Dao, Qi, Yin und Yang, die fünf Elemente oder Wu Wei sind Werkzeuge, um Beobachtungen zu ordnen: zwischen Spannung und Entspannung, zwischen Aktivität und Ruhe, zwischen Innen und Aussen. Du musst weder daran glauben noch sie eins zu eins mit westlicher Physiologie übersetzen. Es genügt, sie als Sprache und Landkarte zu nehmen, mit der Erfahrung sortierbar wird.
Die daoistische Tradition ist gross, alt und in sich vielfältig. Hier geht es um den kleinen, praxisnahen Ausschnitt, den ich selbst übe: stille Stehübungen, einfache Bewegungsformen, Atemführung und sitzende Meditation. Innere Alchemie, religiöse Riten und Schulpolitik kommen nur am Rand vor.
Warum Körperarbeit wichtig ist
Wer regelmässig sitzend meditiert, profitiert davon, sich auch zu spüren und zu bewegen. Reine Sitzpraxis kann sonst kopflastig werden. Körperliche Übungen aus dem Daoismus setzen genau hier an:
- Stehen. Zhan Zhuang Gong ist eine ruhige Stehübung, die Haltung, Atem und Aufmerksamkeit zugleich schult. Sie ist einfach in der Form und anspruchsvoll in der Ausführung.
- Bewegen. Qi Gong für Anfänger bietet einen sanften Einstieg über wenige Bewegungen, die Du regelmässig wiederholst.
- Sitzen. Daoistische Meditation ist eng mit Atem, Haltung und Aufmerksamkeit verbunden. Sie ergänzt sich gut mit dem, was unter Meditation und Atem beschrieben ist.
- Vorstellen. Shen Sui Gong ist eine weitere stehende Form aus derselben Tradition, deren Kern ein inneres Bild ist. Ich praktiziere sie nicht selbst. Der Text erklärt Name und Ablauf und zeigt die Form im Video.
Diese Übungen wirken über Wiederholung. Zehn Minuten täglich, über Monate, bringen mehr als ein Wochenend-Workshop, den Du danach zwei Jahre lang im Schrank lässt.
Tradition mit Augenmass
Was Du hier liest, ist persönliche Erfahrung, ergänzt um Quellen aus der Tradition. Wo ich unsicher bin oder es verschiedene Lesarten gibt, steht das im Text. Bilder wie das Fliessen von Qi sind Übungssprache: Sie helfen beim Üben, sind aber kein medizinisches Modell.
Wer mehr Tiefe sucht, findet in einer Lehrlinie, in längerem Üben und in kritischer Lektüre mehr als in Blogtexten.
Ein Thema, das oft als innere Alchemie oder Selbstoptimierung verkauft wird: Samen zurückhalten. Der Beitrag erklärt Jing, Enthaltsamkeit und die modernen Mythen dazu.
Alle Daoismus-Texte
Jeder Beitrag erscheint hier einmal. Unten folgt die vollständige Liste nach Datum.
Praxis und Körper
- Zhan Zhuang Gong: stehende Meditation im Daoismus
- Qi Gong für Anfänger: drei erste Übungen zum Mitmachen
- Shen Sui Gong: Bedeutung und Anleitung der Qi-Gong-Übung
- Longmen Pai Qi Gong: Herkunft, Übungsformen und Einstieg
- Schlaf Qi Gong: liegende Meditation im Daoismus
- Taoistische Meditation: Praxis, Atemtechniken und Einstieg
- Kampfkunst: Bewegung, Disziplin und innere Haltung
Begriffe und Alltag
- Yin und Yang: Bedeutung, Symbol und Praxis im Alltag
- Die 5 Elemente (Wu Xing): Bedeutung, Zyklen, Zuordnungen
- Daoismus im Alltag: weniger erzwingen, klarer handeln
- Wu Wei im Management: ohne Druck mehr erreichen
- Was ist Karma? Bedeutung, Ursprung und Bezug zum Daoismus
- I-Ging und Meditation: Hexagramme meditativ nutzen
- Feng-Shui: Räume bewusst ordnen statt magisch optimieren
- Feng Shui fürs Home-Office: Arbeitsplatz gestalten