Executive MBA (EMBA) – Heute noch sinnvoll?

Ich hatte heute die letzten Prüfungen im EMBA! Rückblickend ein paar Gedanken zu dieser Weiterbildung.

Der Executive Master of Business Administration ist eine Management-Ausbildung, welche Dich auf eine Führungsposition vorbereiten soll und auch Kader-Leuten ohne Erststudium (über eine “sur dossier”-Zulassung) einen Abschluss mit einem akademischen Grad ermöglicht. Oft wird diese Form des MBA als Zweitstudium von Personen, welche bereits über Master oder zumindest über einen Bachelor in einer anderen Studienrichtung verfügen, gewählt. So setzen sich die Klassen oft aus ÄrztInnen, JuristInnen und Wissenschaftlern mit einem anderen Master of Science oder Master of Arts zusammen, welche alle ein gemeinsames Ziel verfolgen: Ihre Management- und Leadership-Skills auf Vordermann zu bringen, um mehr Führungsverantwortung in einem Unternehmen zu übernehmen.

Warum ich mich für den Executive MBA entschieden habe

Mit einem Bachelor of Science in Business Administration hätte ich auch einen konsekutiven Master (MSc) entscheiden können. Da dieser von vielen Universitäten und Fachhochschulen angeboten wird, bietet er eine günstige Alternative zum Executive MBA oder kurz EMBA. Der MSc gilt als Ausbildung und wird daher im Gegensatz zum MAS oder EMBA (Weiterbildungen) durch den Bund subventioniert. Der Master of Science (MSc) in Business Administration unterscheidet sich jedoch inhaltlich nicht mehr gross vom Executive Master of Business Administration. Auf die Unterschiede und warum ich mich für den Executive Master entschieden habe und auf Fragen, die ich mit zum EMBA gestellt hatte, will ich in diesem Artikel eingehen.

  • Macht ein EMBA/MBA Sinn und welche Alternativen habe ich angeschaut?
  • Kosten – Warum die teurere Weiterbildung (EMBA/MAS) anstelle der günstigen Ausbildung (MSc)?
  • EMBA vs. MBA – Worin liegt der Unterschied?
  • EMBA vs. MAS – Der kleine Unterschied, wenn man ins Ausland geht.
  • Meine Optionen: EMBA in Bern oder Zürich oder als Fernstudium?
  • Gibt es ein EMBA mit der Vertiefung Marketing?

Ausserdem werde ich auch darauf eingehen, warum man ein Studium, sofern möglich, immer berufsbegleitend machen sollte!

Macht ein EMBA heute noch Sinn?

Lohnt es sich 30’000 – 100’000 CHF in ein EMBA zu investieren? Dank dem Internet haben wir heute Zugang zu beinahe dem ganzen Wissen der Menschheit. Auf Plattformen wie EDX stellen die besten Universitäten der Welt ihr Wissen kostenlos zur Verfügung. Das einzige, was man dazu braucht, ist ein Computer mit einem Internet-Zugang.

Während im Mittelalter nur eine Elite lesen und schreiben konnte ist heute Wissen an sich kostenlos geworden. Während im Mittelalter Wissen noch Macht war, ist Wissen inzwischen zu potenzieller Macht “verkümmert” – damit will ich sagen, dass Wissen allein wertlos ist, denn erst die richtige Verarbeitung macht es Wertvoll. Wie kann man Wissen also sinnvoll verarbeiten?

Auf der einen Seite ist da die Wissenschaft, in welcher unzählige Akademiker versuchen Wertschöpfung dadurch zu erreichen, dass sie neues Wissen schaffen. In Tat und Wahrheit wird aber meist bestehendes Wissen einfach neu angeordnet oder in eine neue Form gebracht, was man auch “Content-Spinning” oder “Remixen” nennen könnte – beides kann heute eine AI bereits besser als der Mensch. In meinem Beitrag über den Bachelor in Business Administration habe ich meine Meinung über “Umfragen” und ähnliche Erhebungsmethoden bereits klargemacht.

Auf der anderen Seite sind die Praktiker, die versuchen die Realität mithilfe der Modelle aus der Wissenschaft zu analysieren oder zu beeinflussen. In der Praxis ist das theoretische Knowhow jedoch von grossen Nutzen. Hier als Beispiel möchte ich die Berechnung von Kennzahlen aus dem Controlling oder der Firmenbewertung nehmen: Kennst man erstmal die Methoden, so kann man diese auch auf ein Projekt, eine Kampagne oder selbst auf die Werbung oder SEO anwenden, indem man lediglich die Parameter ersetzt.

Das führt uns zum “Vernetzten Denken”: Die Technologie verändert sich sehr schnell – so kann man das Know-how, welches man für viele der best bezahlten Jobs bräuchte, heute an gar keiner Universität lernen. Es ist also essenziell geworden, dass man bereichsübergreifend vernetzt denken kann und bestehenden Wissen in völlig anderen Gebieten anwenden kann. Das führt dazu, dass manchmal Biologen die besseren Ökonomen sind oder Physiker, die besseren Controller. Wenn man also wirklich Business Administration studieren möchte, dann sollte die Ausbildung viele Methoden vermitteln, welche man in verschiedenen Fachbereichen verwenden kann. Ein MBA macht niemanden zu einem guten Manager und zeitgleich zu einem guten Leader. Versteht man jedoch, dass sich die Gesellschaft, Organisationen, Individuen, Organe, ja selbst Zellen nach ähnlichen Mustern verhalten, so kann man Formeln neu parametrisieren und Wissen aus verschiedenen Forschungsgebieten auf andere übertragen. Heute ist es wichtig, dass man ein Praktiker ist und die neuen Werkzeuge gleich verwenden kann. So ist es wichtig, dass man das Gelernte gleich in der Praxis umsetzen kann.

Ein Idiot mit einem Werkzeug bleibt ein Idiot

Wie viel ist also ein Diplom noch Wert? Wenn man in ein Unternehmen voller Idioten will, welche man durch Titel blenden kann, dann ist es durchaus sinnvoll, darauf zu achten, dass man mit dem Titel abschliesst, der das höchste Ansehen verleiht. Will man sich jedoch persönlich entwickeln, seine Skills verbessern und mehr als nur mehr “Status” erreichen, dann liegen die Kriterien anderswo. Ich bin eher der Typ, der einfach besser werden will …

EMBA vs. MBA – Worin liegt der Unterschied?

Der EMBA unterscheidet sich vom MBA oder MSc BA. Im Gegensatz zu vielen anderen Wissenschaften haben wir auf der einen Seite Praktiker, welche einen EMBA oder MBA gemacht haben, welche ich hier als Forscher bezeichne und auf der anderen Seite die Akademiker, welche meist einen universitären MSc BA-Abschluss vorweisen können. In vielen Bereichen der Wissenschaft forschen nicht die Praktiker, sondern allein die Akademiker. Auf Plattformen wie Pubmed kann man Millionen von medizinischen Studien lesen – allein zu Diabetes gibt es inzwischen mehr Informationen als eine Person in seinem ganzen Leben lesen könnte. Dennoch hat sich zwischen 1980 und heute die Zahl der weltweiten Diabetes-Erkrankungen vervierfacht.

Wissen ist nicht gleich Macht! Wissen ist nur potenzielle Macht – Denn zwischen Wissen und der erfolgreichen Anwendung von Wissen liegen Welten.

EMBA vs. MAS – Der kleine Unterschied, wenn man ins Ausland geht.

What the heck is an MAS?

Qu’est-ce que c’est qu’un MAS ?

¿Qué diablos es un MAS?

Offenbar weiss da niemand was ein MAS ist und man muss immer wieder den Unterschied zum MBA erklären. Da hat man es mit einem EMBA wesentlich einfacher.

Die Optionen: EMBA in Bern oder Zürich oder als Fernstudium?

Vor etwa 3 Jahren ging in an die Informationsveranstaltung der Fernfachhochschule für das EMBA. Eigentlich hatte ich den Studiengang ernsthaft in Erwägung gezogen. Nach einer Info und einem Gespräch mit der Verantwortlichen in der Welle 7 musste ich jedoch sagen, dass mir da die wichtigsten Komponenten eines EMBA schlichtweg fehlten. Ich denke nicht, dass sich diese Ausbildung mit einem grossen Anteil Fernunterricht wirklich lohnen würde.

Als Alternative habe ich auch den MSc in Wirtschaftspsychologie an der Kalaidos in Zürich in Betracht gezogen, da ich davon überzeugt bin, dass Psychologie im Leadership aber auch im Marketing schnell an Stellenwert gewinnt. Ich habe mich aber gefragt: Wer würde mich mit meinem Wertegang als MSc in Wirtschaftspsychologie anstellen wollen und in welcher Position? Ich würde “AbgängerInnen” dieses Lehrganges am ehesten noch in HR-Positionen sehen. Aber HR ist absolut nicht mein Ding!

So kam es dazu, dass ich mich für ein EMBA entschieden habe in der Erwartung, dass ich mir ein möglichst breit gefächertes Managament- & Leadership-Wissen und die damit verbundenen praktischen Skills erwerben kann.

MBA oder EMBA berufsbegleitend

Beide Abschlüsse sind Weiterbildungsstudiengänge mit betriebswirtschaftlicher Ausrichtung. Die Unterschiede findet man eigentlich nur im Namen des Diploms. Obschon ich mich intensiv mit allen Angeboten beschäftigt habe, konnte ich nicht eindeutig feststellen, worin die Unterschiede zwischen MBA und EMBA liegen sollen. Dafür sind bereits die Inhalte eines EMBA oder MBA nicht homogen genug. Beide Ausbildungen sind berufsbegleitend möglich, wobei der Begriff MBA etwas weiter verbreitet zu sein scheint, wie folgende Recherche mit ahrefs.com zeigt:

Suchvolumen MBA pro Monat

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Suchvolumen EMBA pro Monat

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Man kann sehen, dass der Begriff MBA etwas weiter verbreitet ist.

Kosten – Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Die Kosten für ein MBA oder EMBA gehen je nach Business School oder Universität sehr weit auseinander. IMD MBA und EMBA HSG sind bekannte Vertreter und geniessen einen guten Ruf. Im MBA Ranking von Europa hat jedoch auch das EMBA der PHW in Bern sehr gut abgeschlossen.

So können die Studiengelder irgendwo zwischen 30’000 CHF und 100’000 CHF liegen.

Warum ich mich für das EMBA Business Engineering entschieden habe

Gibt es ein EMBA mit der Vertiefung Marketing? Ich habe z.B. den “MBA / EMBA FH mit Vertiefung in Marketing und Vertrieb von Banken” an der Kalaidos gefunden – aber wenn ich Banken lese, sträubt es mich, da ich mir nicht vorstellen könnte in einer Bank zu arbeiten. Des Weiteren bietet die Kalaidos auch einen EMBA FH in Marketing Management, was mir schon etwas mehr zusagen würde. Zu guter Letzt habe ich auch noch den Executive MBA – Smart and Digital Marketing an der FH Graubünden zum Schnäppchenpreis von CH 17 500 gefunden. Leider liegt Graubünden gleich wie Zürich nicht gerade um die Ecke. So blieben mir eigentlich nur zwei Optionen: Die Vertiefungsrichtungen EMBA General Management und EMBA Business Engineering an der PHW in Bern.

So ist es dazu gekommen, dass ich in den letzten 2 Jahren dieses EMBA Business Engineering besucht habe, vor ein paar Monaten meine letzten Prüfungen bestanden habe und seit ein paar Tagen unsere Masterthesis zusammen mit einer Ärztin fertig geschrieben habe. Nun hoffe ich, dass sich der Einsatz und auch die erschwerten Bedingungen durch die Pandemie auszahlen werden. :-)

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