EMBA-Abschluss: Was bringt der Master neben dem Beruf?
Ein EMBA neben dem Beruf ist ein Marathon. Was er wirklich bringt, was er nicht bringt – und warum der Abschluss eher Zwischenstation als Ziel ist.
Auch nach vielen Weiterbildungen über die Jahre ist der EMBA-Abschluss derjenige, auf den ich besonders stolz bin. Im Folgenden ein paar nüchterne Notizen dazu – was so ein Abschluss bedeutet, was er nicht bedeutet, und welche Etappen davor lagen.
Was ist ein EMBA?
Ein EMBA – kurz für Executive Master of Business Administration – ist ein Management-Programm für Berufstätige mit Führungserfahrung. Anders als ein klassischer MBA, der oft direkt an ein Studium anschliesst, setzt ein EMBA den beruflichen Kontext voraus und nutzt ihn als Trainingsfeld. Vorlesungen finden meist abends oder samstags statt, sodass die Karriere parallel weiterläuft.
Viele andere Zertifikate auf meinem Weg – technischer Kaufmann, Bachelor of Science, SVEB, das CAS in Wirtschaftspsychologie und diverse Fitness-Diplome – sind Zwischenetappen gewesen, keine Endpunkte.
Was ist ein technischer Kaufmann?
Der technische Kaufmann mit eidg. Fachausweis ist ein Schweizer Berufsabschluss, der technisches und kaufmännisches Wissen kombiniert. Inhaltlich abgedeckt sind Beschaffung, Verkauf, Marketing, Projektleitung, Buchhaltung und Administration. Praxisnah, breit – und ein typischer Sprungbrett-Abschluss in eine kaufmännische Laufbahn.
Was ist ein Bachelor of Science in Business Administration?
Der Bachelor of Science (FH) in Business Administration ist ein Fachhochschul-Studiengang, in der Regel über acht Semester. Inhalte: Finanzen, Management, Marketing, Unternehmensführung, Rechnungswesen – mit klarem Praxisbezug. Mit diesem Abschluss steht der Weg zum Master of Science oder zu einem EMBA offen.
Was ist ein SVEB-1-Diplom?
Das SVEB-1-Diplom kommt vom Schweizerischen Verband für Weiterbildung und richtet sich an alle, die in der Erwachsenenbildung tätig sein wollen. Inhaltlich geht es um Methodik, Didaktik, Lernpsychologie und Präsentationstechnik. Die Ausbildung dauert ungefähr ein Jahr und kombiniert Selbststudium, Online-Lernen und Präsenzseminare.
Was ist ein CAS Wirtschaftspsychologie?
Ein CAS (Certificate of Advanced Studies) in Wirtschaftspsychologie ist ein postgraduales Programm, das psychologische Konzepte auf Wirtschaft und Organisation überträgt. Sinnvoll vor allem für Rollen in HR, Führung und Marketing.
Fitness- und weitere Diplome
Daneben Group-Fitness-Instruktor, mehrere LesMills-Programme und diverse Lehrgänge in Meditation, Gesundheit und Coaching. Diese hatten lange wenig mit der beruflichen Karriere zu tun – heute mehr.
Warum der EMBA für mich besonders ist
Trotz breiter Vorbildung hat der EMBA einen eigenen Stellenwert. Kurz vor dem ersten Lockdown habe ich mich für den EMBA an der Privaten Hochschule Wirtschaft PHW Bern angemeldet – ohne zu ahnen, wie der Studiengang ablaufen würde.
Nur wenige Vorlesungen fanden vor Ort statt. Der grösste Teil lief pandemiebedingt per Zoom. Ironischerweise fand der sonst einsamste Teil eines Studiums – das Verfassen der Master-Thesis – im Zweier-Team statt. Zusammen mit einer Ärztin namens Linda habe ich ein medizinisches Konzept für ein Spital geschrieben, bewertet mit der Note 6. Die Arbeit ist streng vertraulich und wird nicht publiziert.
Damit betrachte ich den MBA als Abschluss meines akademischen Wegs. Was bleibt, ist die Frage: Was macht man mit dem Wissen?
MBA – und was nun?
Naheliegend wären Erwachsenenbildung in betriebswirtschaftlichen Themen oder eine klassische Manager-Laufbahn. Mein Schwerpunkt liegt aber auf 𝐌𝐞𝐝𝐢𝐭𝐚𝐭𝐢𝐨𝐧 – ein Thema, in dem das betriebswirtschaftliche Handwerkszeug genauso brauchbar ist wie in einer KMU-Beratung.
Stress hat sich für viele zur Dauerkulisse entwickelt. Mehr Ruhe und Gelassenheit sind kein Luxus, sondern eine praktische Voraussetzung, um mit Veränderung umzugehen. Inzwischen gibt es über 1000 Studien zu Meditation und Mindfulness; das ist eine solide Grundlage, um das Thema nicht esoterisch, sondern nüchtern anzugehen. Wer in der Region praktisch ansetzen will, findet bei mir Meditation in Bern.
Die Ausbildungen liefen alle nebenberuflich. Anstrengend, aber machbar – mit der richtigen Praxis im Hintergrund. Wer Karriere und Weiterbildung parallel plant, lernt am besten zuerst, im Alltag zu meditieren. Das spart später viele Erholungswochen.