Suchmaschinenoptimierung: SEO-Grundlagen für KMU

SEO-Grundlagen für KMU: Keywords, On-Page-Optimierung, interne Verlinkung und lokale SEO in der Schweiz, mit einem kleinen Tutorial zum Selbermachen.

Wie macht man richtig SEO, damit man in den Suchmaschinen auch gefunden wird. Auf diesem Foto sieht man die Google-Seite dargestellt auf einem Aple, nachdem man in der Schweiz nach dem Wort SEO, was so viel heisst, wie Suchmaschinenoptimierung gesucht hat. Die ersten Ergebnisse zeigen Google Adwords, wobei dann Wikipedia aufgelistet ist und ein paar organische Ergebnisse

SEO steht für „Search Engine Optimization“, auf Deutsch „Suchmaschinenoptimierung“, und bezieht sich auf die Methode, die Sichtbarkeit einer Website in den organischen (nicht bezahlten) Suchergebnissen von Suchmaschinen wie Google oder Bing zu verbessern. Das geschieht durch die Optimierung von Faktoren wie Keywords, Meta-Tags, Inhalten und Links, um die Relevanz für bestimmte Suchbegriffe zu erhöhen.

Was will man mit SEO erreichen?

Google ist die meistverwendete Suchmaschine und verarbeitet täglich Millionen von Suchanfragen. Gesucht wird mehrheitlich nach den aktuellen Bedürfnissen der Suchenden. Im Gegensatz zur Erhebung durch Umfrage oder Interview erfährt man so vergleichsweise direkt, wonach Internet-User aktuell tatsächlich suchen.

Es gibt Begriffe, die werden öfter und andere seltener gesucht. So hat zum Beispiel das Wort „Meditation“ weitaus das höhere Suchvolumen als z. B. „Meditation lernen in Bern“. Wenn Du jetzt einen Meditationskurs in Bern auf Deiner Webseite anbietest, willst Du wahrscheinlich Besuchende, die über Google auf Deine Webseite kommen. Das nennt man organischen Traffic. Diesen siehst Du in der Search Console oder in Google Analytics.

Ein Screenshot aus der Google Search Console: Man sieht die Klicks, die Impressionen, die durchschnittliche Klickrate und die durchschnittliche Position der Webseiten in einem gewissen Zeitraum. Die Daten zeigen das Jahr 2019 und stammen von diesem Blog.

Laut diversen Studien klicken Userinnen und User am häufigsten auf die ersten Resultate auf der ersten Seite. Daher ist es sinnvoll, möglichst weit vorne angezeigt zu werden – am besten unter den oberen organischen Treffern. Das ist nicht trivial, selbst wenn Du Deine Kundinnen und Kunden gut kennst und weisst, wie sie ihre Bedürfnisse formulieren. Diese Formulierungen sind die Keywords, für die Du „ranken“ willst.

  • Wie schwierig ist SEO wirklich?
  • Kannst Du es selber machen?
  • Was kostet SEO?

Was ist SEO?

SEO lässt sich in einer einfachen Analogie beschreiben: Es ist ähnlich wie beim wissenschaftlichen Arbeiten – je öfter Du zitiert wirst, desto wichtiger scheint Deine Arbeit zu sein. Dieses Prinzip macht sich Google zunutze, nur dass anstelle von Zitaten und Quellenangaben Links treten. Wird Deine Seite oft verlinkt, ist Google geneigt anzunehmen, dass die Seite relevant ist. Wenn die Seite zusätzlich von themenrelevanten, vertrauenswürdigen Seiten verlinkt wird, ist das ein starkes Signal.

Das war eine grobe Vereinfachung. Die Algorithmen sind in den letzten Jahren deutlich komplexer geworden. Inzwischen spielen Qualität der Texte und Bilder, Sprache, Region, Branche, Alter der Webseite, Aktualisierungsfrequenz, Originalität (Plagiate werden erkannt) und die Quelle der Verlinkungen eine zentrale Rolle.

Google-Ranking einfach erklärt

Google funktioniert als Plattform zur Informationsbeschaffung. Userinnen und User geben Suchbegriffe ein und bekommen eine sortierte Trefferliste. Die Abfrage wird mit den indexierten Webseiten der Suchmaschine abgeglichen, und verschiedene Algorithmen bewerten, welche Seiten am besten zur Anfrage passen. Aus der Datenbank werden die Ergebnisse in der Reihenfolge der errechneten Signifikanz angezeigt – das nennt man auch das Ranking. Anschliessend wird das Klick- und Verweildauerverhalten ausgewertet und fliesst in die Bewertung zurück.

In der Search Console kannst Du das durchschnittliche Ranking aller Seiten Deiner Domain anzeigen lassen sowie das Ranking für einzelne Keywords. Die Daten sind typischerweise einige Tage alt. Je niedriger die Position, desto weiter „vorne“ wird Deine Seite ausgespielt.

Warum Ranking ein Business ist

Internet ist zu einem zentralen Informationsmedium geworden. Informationssuchende wollen qualitativ hochwertige Resultate. Damit Suchmaschinen die Qualität von Informationen automatisch bewerten können, wurden inhaltsspezifische Bewertungskriterien entwickelt. Die Idee dahinter ist alt: Bereits in den 1950ern wurde die Wichtigkeit einer wissenschaftlichen Information daran gemessen, wie oft sie in anderen Publikationen zitiert wurde. Die Google-Gründer haben diese Idee aufs Web übertragen. Eine Seite wird als wichtig eingestuft, wenn andere wichtige Seiten sie empfehlen – und Empfehlungen sind im Web Links. Dieses Verfahren ist als PageRank-Algorithmus bekannt geworden.

Veränderungen im Google-Ranking

Panda und Penguin sind historische Beispiele dafür, wie Google die Bewertung von Inhalten und Links verändert hat. Für die Arbeit an Deiner Webseite ist wichtiger, ob sie die jeweilige Suchanfrage beantwortet.

RankBrain hilft bei der Interpretation von Suchanfragen. Es geht also um das Zusammenspiel verschiedener Systeme, statt um eine Checkliste einzelner alter Updates.

Für Deine Inhalte heisst das: Prüfe, was jemand mit einer Suchanfrage erreichen möchte und ob Deine Seite diese Frage beantwortet. Thematisch passende Backlinks bleiben ein Teil des Gesamtbildes.

Bedeutung von Content für SEO

Die Qualität der Inhalte spielt eine immer wesentlichere Rolle. Moderne Algorithmen analysieren den Inhalt der Seiten. Es reicht nicht mehr, Keywords auf eine Seite zu packen und auf Top-Platzierungen zu warten. Wenn Du sinnvolle Texte mit echtem Nutzen schreibst, ist das die nachhaltigere Strategie. Werden solche Texte gezielt erstellt, spricht man von Content-Marketing.

SEO läuft über Deine Keywords

Es gibt zwei Arten von Keywords: „Long-Tail“ und „Short-Tail“. Reine Optimierung auf eine der beiden Klassen ist riskant, weil Algorithmus-Updates die Gewichtung über Nacht verändern können. Erfahrungsgemäss sind Erfolge mit Short-Tail-Keywords kurzfristiger, weil diese Keywords stark umkämpft sind. Ein Beispiel für ein Short-Tail-Keyword ist „SEO“. Ein Long-Tail-Keyword wäre „aquarium reparatur in bern“. Bei welchem der beiden hast Du realistisch eine Chance auf einen Top-Treffer?

Kürzere Keywords haben oft ein viel höheres Suchvolumen. Bei mir waren es Beiträge zu gefragten Themen: Auf marcdietschi.com waren zum Beispiel der Beitrag über die Wim-Hof-Methode über Jahre sehr gut besucht und später der Beitrag über Joe Dispenza; beide waren Dauerrenner.

Suchmaschinenanzeigen vs. organische Treffer

Bei vielen Suchen werden zuerst bezahlte Anzeigen angezeigt. Die als „Anzeige“ gekennzeichneten Einträge sind Google-Ads-Werbung. Darunter folgen die organischen Treffer. Studien zeigen: Die ersten organischen Treffer erhalten typischerweise die meisten Klicks. Bei Short-Tail-Suchen steht hier oft Wikipedia.

Finde Deine Keywords

Frage Dich: Ist es sinnvoll, gegen Wikipedia anzutreten? Oder ist es klüger, Dich auf eine Region (lokale SEO) oder Nische zu spezialisieren? Wer Keywords intelligent auswählt, kennt das Suchvolumen und die Stärke der Konkurrenz.

Eine Überoptimierung wird von Google früher oder später erkannt und abgestraft – Deine Seite wird dann schlecht oder gar nicht mehr gefunden. Trotzdem gibt es unzählige Dienste, die schnellen Erfolg versprechen. Das ist ein Spiel mit dem Feuer. Manuelle Massnahmen seitens Google sind heute zwar seltener; die Algorithmen erledigen sehr viel automatisch. Ob Deine Seite wegen unsauberer Linkpraxis abgestraft wurde, kannst Du in der Search Console prüfen.

Kleines SEO-Tutorial

Sollst Du SEO selbst machen oder auslagern? Wenn Du Dich an eine externe Person oder Agentur wendest, beachte: Diese Person bekommt typischerweise weitreichenden Zugriff auf Deine Webseite, Search Console und Analytics. Vertrauen und transparente Reportings sind Pflicht. Echte SEO mit hochwertigem Content ist Aufwand und entsprechend nicht günstig.

Schritt 1: Long-Tail-Keywords finden

Wenn Du passende Keywords finden willst, mach Dir klar, was Du anbietest, was der Nutzen Deiner Webseite ist und wie Leute danach suchen.

Schritt 2: Keyword-Brainstorming

Sammle alle Keywords, die Inhalt und Angebot Deiner Webseite beschreiben, in einer Tabelle.

Schritt 3: Keyword-Recherche-Tools

Nutze ein Keyword-Recherche-Tool Deiner Wahl. Stelle Sprache und Land richtig ein, gib Deine Keywords ein und sammle die Vorschläge, die zu Deinem Angebot passen, in Deine Tabelle. Wiederhole das mit weiteren Seed-Keywords.

Schritt 4: Drittpersonen befragen

Frage Personen ausserhalb Deines Unternehmens, wonach sie suchen würden, wenn sie Deine Dienstleistung bräuchten. Sie haben eine andere Perspektive auf Dein Angebot. Wiederhole anschliessend Schritt 3 mit den neuen Begriffen.

Schritt 5: Suchvolumen prüfen

Speise Deine Keyword-Tabelle in den Google Keyword Planner ein und schaue, wie oft nach den Long-Tail-Keywords gesucht wird. So kannst Du den potenziellen Traffic abschätzen, falls Du es schaffst, in den Top-Treffern zu landen. Alle Keywords ohne nennenswertes Suchvolumen kannst Du löschen.

Schritt 6: Konkurrenz prüfen

Die beliebtesten Keywords (sehr hohes Suchvolumen) bringen nur etwas, wenn Deine Domain bereits stark ist (Alter, Backlinks, Themenautorität). Sonst lohnt sich der Fokus auf die „goldene Mitte“ – Keywords mit relevantem Suchvolumen und überschaubarem Wettbewerb. Tools wie SEOQuake im Browser helfen, die Stärke der Konkurrenzseiten direkt in den SERPs einzuschätzen (Anzahl Backlinks, Domain-Alter, ob das Keyword im Title vorkommt etc.).

Schritt 7: Seite auf Keywords optimieren

Du hast nun eine Liste mit SEO-Keywords, mit denen Du realistisch im Wettbewerb stehen kannst. Jetzt geht es ans Anpassen Deiner Webseite – die On-Page-Optimierung.

On-Page-SEO

Bevor wir uns um den Content kümmern, hier ein paar Basics, die unabhängig vom CMS gelten:

  1. Geschwindigkeit: Deine Webseite sollte schnell sein. Bilder verkleinern, unnötige Plugins deinstallieren, CSS/JS/HTML minifizieren, gzip-Komprimierung aktivieren, Caching nutzen.
  2. Search Console einrichten: Es ist das wichtigste kostenlose Controlling-Tool und zeigt direkt, ob Deine SEO-Änderungen wirken.
  3. Canonical URL setzen: Wenn Deine Seite unter mehreren Domains erreichbar ist, signalisiert die Canonical-URL, welche die primäre Variante ist – und verhindert Duplicate-Content-Probleme.

Wie optimierst Du Deine Webseiten?

Erstelle für Deine Keywords eine Seite, die das Anliegen der Suchenden beantwortet. Titel und Gliederung sollen erkennen lassen, welche Antwort sie dort finden.

  • Benenne das Thema im Seitentitel und in der H1 verständlich.
  • Erkläre im Einstieg, welche Frage die Seite beantwortet.
  • Gliedere die Antwort mit aussagekräftigen H2- und H3-Überschriften. Nutze die Begriffe, die zum jeweiligen Abschnitt passen.
  • Prüfe zum Schluss, ob wichtige Fragen offenbleiben oder sich Abschnitte wiederholen.

Themenabdeckung und interne Verlinkung

Was suchen die Menschen hinter einem Keyword?

Eine Suche nach «Puma» kann sich auf die Marke oder das Tier beziehen. Überlege deshalb zuerst, welches Anliegen Deine Seite beantworten soll. Jemand, der Schuhe sucht, braucht andere Informationen als jemand, der etwas über die Raubkatze erfahren möchte.

Verwandte Suchanfragen können Dir weitere Fragen zum Thema zeigen. Wähle daraus, was zu Deinem Angebot und zur konkreten Seite passt. Erkläre die Zusammenhänge in natürlicher Sprache, statt eine Liste vermeintlicher LSI-Keywords an vorgegebenen Stellen einzubauen.

Ähnliche Suchanfragen zu «puma» am Ende der Google-Suchresultate: Marke, Tier und Onlineshop gemischt.

Ähnliche Suchanfragen zu «puma raubkatze»: Die ergänzenden Begriffe grenzen die Suche auf das Tier ein.

Lies den Text anschliessend aus Sicht Deiner Zielgruppe: Wird klar, worum es geht? Sind die Fragen beantwortet, die zum Thema gehören? Erklären die Zwischentitel den folgenden Abschnitt?

Interne Verlinkung

Falls Du noch kein konsistentes Internal Linking hast, lege das an. Ein Menü mit gut benannten Seiten ist die Basis. Zusätzlich solltest Du Inhalte themenrelevant untereinander verlinken. Das hilft Suchmaschinen zu verstehen, welche Seiten zusammengehören.

URLs

Es ist hilfreich, das exakte Keyword in der URL zu haben – mit Augenmass. Eine klare, lesbare Slug-Struktur ist langfristig zuverlässiger als Keyword-Stuffing.

Suchmaschinenoptimierung einer WordPress-Seite: URL, Seitentitel und Name der Seite enthalten das Keyword. Der Screenshot stammt von meiner Webseite keynotespeakers.ch.

Struktur der internen Verlinkungen

Eine bekannte Strategie ist die Silo-Struktur: thematisch zusammengehörige Seiten werden untereinander verlinkt, sodass für Suchmaschinen klar wird, wie der Content zusammengehört. Ob „Silo“ exakt das richtige Modell ist, ist diskutabel; wichtig ist, dass Deine Seiten überhaupt sinnvoll untereinander verknüpft sind, sodass Autorität von einer Seite zur anderen weitergegeben werden kann.

Content für SEO

„Content is King“ – nicht alles, aber sehr viel. Wenn Du nicht weisst, ob Du genug Text auf Deiner Seite hast, schaue Dir die ersten drei Treffer für Dein Keyword an und vergleiche Textlänge und Bildanzahl. Schreibe nicht „mehr um des Mehr-Schreibens willen“ – schreibe, was Deine Zielgruppe wirklich braucht.

Setze ausgehende Links bewusst. Externe Verweise auf grosse, etablierte Quellen (z. B. Wikipedia, behördliche Quellen) sind in vielen Fällen sinnvoll, um Aussagen zu untermauern. Eine sehr hohe Dichte an externen Links auf einer Seite kann hingegen kontraproduktiv sein.

Bilder-SEO

Verwende Bilder, die zum Inhalt passen. Vor dem Upload sinnvolle Dateinamen vergeben (z. B. suchmaschinenoptimierung.jpg). Setze ein alt-Attribut, das den Bildinhalt beschreibt. Beschreibe das Bild in Details, wo das Hauptkeyword sinnvoll integriert werden kann – aber ohne Keyword-Stuffing.

SEO für Google Schweiz

Wir Schweizerinnen und Schweizer haben einen Vorteil: Im Schweizer Index werden lokale Webseiten gegenüber Seiten aus DE oder AT bevorzugt, sofern sie korrekt als Schweizer Seiten signalisiert sind. Dafür ist mehreres relevant:

Spracheinstellung

Stelle sicher, dass die richtige Sprache und Region eingestellt sind. Auf Webseiten kann die Sprache zusätzlich über das hreflang-Attribut definiert werden.

Search Console

Im Setup der Search Console solltest Du die richtige Property-Variante anlegen (Domain-Property oder URL-Präfix). Die Console hilft auch bei der Fehlersuche – kaputte Links, indexierte URLs, CTR-Werte und mehr.

Hosting

Geschwindigkeit ist ein Ranking-Faktor. Ein günstiges Hosting irgendwo am anderen Ende der Welt ist nicht automatisch der beste Startpunkt. Wenn Deine Seite langsam lädt, springen Userinnen und User ab und kehren zur Suche zurück. Auch dieses Verhalten fliesst in die Bewertung ein.

Ein schlechtes Resultat einer Performance-Messung einer Webseite über Pingdom: Note C (75), 3.0 MB, 2.36 s Ladezeit, 66 Requests.

Fazit

Ich empfehle, SEO selbst in die Hand zu nehmen, zumindest auf Konzeptebene. Die Vorteile:

  • Kosteneinsparungen: Keine Agenturgebühren.
  • Domänenwissen: Du kennst Dein Business besser als jede externe Person.
  • Flexibilität: Du entscheidest, wann und wie Du Änderungen vornimmst.

Wer keine Zeit hat, kann mit einer vertrauenswürdigen Person oder Agentur zusammenarbeiten – idealerweise mit transparenten Reports und ohne „Backlink-Magie“-Versprechen.

Weitere Beiträge zum Thema findest Du unter Marketing.

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