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Meditationslehrer-Ausbildung

2 Mönche, die Meditations studieren. Als Meditationslehrer ist man kein Guru und auch kein Meister.

Wenn Du schon immer davon geträumt hast, Dein Wissen über Meditation und Spiritualität an andere Menschen weiterzugeben, kann eine Meditationslehrer-Ausbildung der richtige Weg für Dich sein. Die Berufe des Meditation-, Yoga-Lehrers oder Mental-Coaches erfreuen sich heutzutage wachsender Beliebtheit und ziehen immer mehr Menschen an, die einen gesunden, naturverbundenen oder spirituellen Lebensstil verfolgen und ihre Fähigkeiten in einem professionellen Rahmen einsetzen möchten. Meditationslehrer sind in der Lage, Menschen beim Finden eines inneren Ausgleichs und der Stressbewältigung zu unterstützen. Doch bevor Du Deine Karriere als Meditationslehrer beginnen kannst, solltest Du einige Dinge wissen und alle Möglichkeiten evaluieren, die sich Dir bieten … und Dich zudem auf eine lange Reise gefasst machen.

Was ist ein Meditationslehrer?

Ein Meditationslehrer ist jemand, der anderen Menschen beibringt, wie man meditiert und ihnen hilft, ihre Meditationstechniken zu verbessern. Meditationslehrer können in einer Vielzahl von Einrichtungen arbeiten, darunter Meditationzentren, Yogastudios, Gesundheitszentren und spirituellen Gemeinschaften. Sie können auch Privatstunden anbieten oder online Meditationskurse durchführen.

Lehrer sind keine Meister

Ich möchte klar zwischen einem Meditationslehrer und einem Meister unterscheiden. Ein Meditationslehrer unterrichtet lediglich Methoden, die den Teilnehmenden helfen, sich zu entspannen, lehrt ihnen, mit ihren Gedanken während der Meditation umzugehen oder zeigt ihnen auch Methoden, ihre geistige, emotionale und körperliche Fitness zu verbessern. Er widerspiegelt oder repräsentiert aber keine Schule im klassischen Sinne. In diesem Fall würden wir von einem Linienhalter oder Guru sprechen. In daoistischen Schulen gibt es oft nur einen Linienhalter pro Generation … und damit auch nur einen Meister! In japanischen Schulen gibt es oftmals mehrere Meister, wobei die Erreichung des Titels auch jahrelanges Studium, Disziplin und Praxis erfordert. Bei den buddhistischen Schulen gibt es verschiedene Ansätze, wobei meist auch nur ein Oberhaupt und diverse Repräsentanten das System repräsentieren. Im Hinduismus und Sikhismus gibt es mehrheitlich auch nur einen Guru, der als spiritueller Lehrer und Ratgeber betrachtet wird. Gurus, Linienhalter oder Meister sind in jedem Fall hochgeachtete Personen, die als Quellen der Weisheit und des spirituellen Wissens betrachtet werden und denen ihre Schüler oder Anhänger voller Hingabe folgen.

Ein Meditationslehrer ist ein gewöhnlicher Lehrer, der zwar über Wissen verführt, aber dieser nur weitergibt!

Meditationslehrer haben normalerweise eine tiefe Praxis und Erfahrung mit Meditation und können meist eine oder verschiedene Meditationsstile unterrichten, wie z. B. MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction), Vipassana, Neidan oder Transzendentale Meditation. Sie helfen den Schülern, ihre Meditationstechniken zu entwickeln und bieten Unterstützung und Führung, während die Schüler ihre eigene Meditation praktizieren. Sie können auch Hilfe bei der Integration von Meditation in den Alltag und bei der Bewältigung von Herausforderungen anbieten, die sich während der Meditation ergeben können. Also nochmal: Meditationslehrer sind keine Gurus, Meister oder dergleichen und daher sollten sie ihre Grenzen kennen.

Welche Fähigkeiten und Qualifikationen benötigt man, um ein Meditationslehrer zu werden?

Um ein Meditationslehrer zu werden, gibt es keine offiziellen oder staatlich definierte Anforderungen oder Qualifikationen. Allerdings gibt es einige Fähigkeiten und Qualifikationen, die für die Arbeit als Meditationslehrer unerlässlich sind:

  1. Eine tiefe Meditationpraxis: Es ist wichtig, dass Meditationslehrer eine tiefe und regelmässige Meditationpraxis haben, um die Schüler zu führen und ihnen zu helfen, ihre eigene Praxis zu entwickeln.
  2. Wissen & Erfahrung über verschiedene Meditationstechniken: Angebot der Meditationstechniken ist riesig und wird immer grösser. Du solltest die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Methoden & Schulen kennen, um Deine Schüler gezielt beraten zu können.
  3. Unterrichtserfahrung: Erfahrung im Unterrichten von Gruppen oder Einzelpersonen kann hilfreich sein, um Meditationslehrer zu werden. Dazu ist auch der Abschluss einer Pädagogischen Hochschule oder ein SVEB-Diplom ausreichend.
  4. Spirituelle oder psychologische Ausbildung: Manche Meditationslehrer haben eine Ausbildung in einer bestimmten spirituellen Tradition, die ihnen hilft, ihre Meditationstechniken und ihre Ansichten zu vertiefen. Auch wenn diese nicht zwingend an die Schüler weitergegeben wird, sollte man den eigenen Weg kennen. Eine Alternative dazu sehe ich noch in einem Studium der Psychologie – So kann man z. B. mit MBSR und Psychologie den eher wissenschaftlichen Weg gehen.
  5. Zertifizierung: Es gibt verschiedene Zertifizierungsprogramme für Meditationslehrer, die in der Regel eine umfassende Ausbildung in einem Teilbereich der Meditation umfassen. So werden solche Zertifizierungslehrgänge von diversen Schulen sogar als Online-Kurse angeboten.

Es ist wichtig zu beachten, dass es keine offizielle Zulassung oder Zertifizierung gibt, die benötigt wird, um Meditationslehrer zu werden. Die meisten Meditationslehrer entwickeln ihre Fähigkeiten und Qualifikationen durch eine Kombination aus persönlicher Meditationpraxis, spiritueller oder religiöser Ausbildung und gezielter Fortbildung.

Wie findet man die richtige Meditationslehrer-Ausbildung?

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, um eine Ausbildung als Meditationslehrer zu erhalten. Hier sind einige Tipps, die Dir bei der Suche nach der richtigen Ausbildung helfen können:

  1. Recherchiere verschiedene Programme: Es gibt viele verschiedene Ausbildungsprogramme für Meditationslehrer, die in verschiedenen Stilen, Traditionen und Schwerpunkten unterrichten. Recherchiere verschiedene Programme und vergleiche die Inhalte, um herauszufinden, welche für Dich am besten geeignet ist.
  2. Berücksichtige Deine eigenen Ziele: Was möchtest Du mit Deiner Ausbildung als Meditationslehrer erreichen? Möchtest Du in einem bestimmten spirituellen oder religiösen Kontext arbeiten oder möchtest Du einfach allgemeine Meditationstechniken vermitteln? Berücksichtigen Deine eigenen Ziele, während Du nach einem oder mehreren Ausbildungsprogrammen suchst.
  3. Achte auf die Erfahrung der Lehrer: Wähle ein Ausbildungsprogramm, das von einem oder mehreren erfahrenen Meditationslehrern unterrichtet wird, die eine tiefe Praxis und Erfahrung mit Meditation haben.
  4. Berücksichtige den Zeit- und Finanzierungsaufwand: Berücksichtige den Zeitaufwand, den Du für die Ausbildung aufbringen müsst, und ob Du in der Lage bist, die Kosten zu tragen. Es gibt Programme, die in persönlich vor Ort stattfinden, sowie Online-Programme, die von der Ferne absolviert werden können.
  5. Suche Dir einen Meister: Selbst wenn das heute etwas überholt klingen mag, aber Du brauchst einen Meister oder Mentor, der Dich begleitet und Dir stets Hilfe bieten kann. Egal, ob das nun eine daoistischer oder buddhistischer Lehrer ist, aber Du solltest jemanden an Deiner Seite haben, der sein Leben der Meditation gewidmet hat und selbst alle Erfahrungen, die die damit verbundene Praxis mit sich bringt, erlebt hat.

Achte darauf, dass Du auch eine Grundausbildung im Unterrichten haben solltest. Es gibt verschiedene Wege dazu, wobei ich das SVEB 1-Zertifikat (Durchführung von Lernveranstaltungen) empfehlen kann. Es gibt auch andere Wege, die nicht EDUQUA-anerkannt sind, wie z. B. eine Grundausbildung im Group-Fitness, mit der Du Dir das nötige Know-how und die Erfahrung im Unterrichten von Erwachsenen holen kannst.

Die Ausbildung zum Meditationslehrer

Wie bereits beschrieben, besteht die Ausbildung zum Meditationslehrer nicht nur aus einem einzigen Kurs, sondern aus vielen verschiedenen Qualifikationen. So solltest Du einerseits ein fundiertes Wissen in einem oder mehreren Meditationsstilen aufbauen und zudem auch eine Qualifikation oder ein Zertifikat zum Unterricht von Erwachsenen abschliessen. Du solltest Deine eigene regelmässige Meditationspraxis haben und zudem möglichst viele andere Methoden erkunden, sodass Du selbst Erfahrung im Meditieren hast und einerseits weisst, wovon Du sprichst und zudem über ein breites Wissen über andere Methoden hast.

Klingt alles nach ziemlich viel Zeitaufwand – und das ist es auch. Meditationslehrer wirst Du nicht mit einem Halbjahreskurs, einem Lehrgang und auch nicht nur mit 1000 Stunden Erfahrung. Es ist kein Beruf, den man auf akademischen Wege lernen könnte. Wenn Du im Schnellzugtempo zum Meditationslehrer werden möchtest, dann solltest Du nach Asien reisen und schauen, ob Du Anschluss an einen Meister findest, der Dich dann rund um die Uhr unterrichten kann.

Das Schöne daran ist, wenn Du also Meditationslehrer werden willst, dann hast Du bereits Deinen ersten Schüler, nämlich Dich selbst!

Wie wird die Ausbildung abgeschlossen?

Ich denke nicht, dass Du Deine Ausbildung zum Meditationslehrer irgendwann als abgeschlossen betrachten kannst. Ich kenne nur einen Meister, der aus meiner bescheidenen Sicht, seine Ausbildung abgeschlossen hat. Er wurde als kleiner Junge von seinen 3 Meistern auserwählt und dann über Jahre hinweg unterrichtet. Danach wurde er von ihnen zurück in die Zivilisation entsandt, um die Lehre und Methoden weiterzuverbreiten. Ich gehe davon aus, dass die Chance sehr klein ist, dass Du einen ähnlichen Weg gehen wirst. Viel mehr wirst Du, wie ich auch, Jahr für Jahr neue Kurse besuchen, selber viel Meditieren und ab und zu mal nach Asien zu Deinem Meister fliegen.

Du solltest daher niemals aus finanziellen Interessen Meditationslehrer werden wollen. Ich habe wahrscheinlich für all die Reisen und Kurse viel mehr Geld ausgegeben, als dass ich in meinem Leben als Lehrer wieder verdienen werde.

Tipps und Tricks für den Einstieg als Meditationslehrer

Du kannst Dich entscheiden, ob Du in einem bestehenden Unternehmen unterrichten möchtest, wie z. B. in einem Yoga-Verein oder einem Fitness-Center. Die Alternative dazu wäre, die eigenen Meditationskurse oder Stunden zu organisieren. Natürlich kannst Du auch beide Wege gehen, so wie ich das getan habe. In jeden Fall solltest Du Dir, bevor Du, bevor Du Deine erste Meditationsstunde unterrichtest, ein möglichst breites Wissen, über andere Meditationsstile und Entspannungstechniken aneignen.

  1. Mache Dich sich mit den verschiedenen Meditationsstilen, Yoga und Qi Gong vertraut: Es gibt viele verschiedene Techniken, von denen einige besser zu bestimmten Menschen oder Zielen passen als andere. Mache Dich mit verschiedenen Stilen vertraut und probiere auch möglichst viele Entspannungstechniken selber aus, damit Du auch kompetent auf Fragen Deiner Schüler antworten kannst.
  2. Baue unbedingt Deine eigene Meditationpraxis auf: Eine tiefe und regelmässige Meditationpraxis ist wichtig, um ein erfolgreicher Meditationslehrer zu werden. Stelle sicher, dass Du genügend Zeit hast, um Deine eigene Meditation zu praktizieren, bevor Du versuchst, andere zu unterrichten.
  3. Finde eine Ausbildung oder Fortbildung: Es gibt viele Ausbildungs- und Fortbildungsmöglichkeiten für Meditationslehrer, die Dir helfen, Deine Fähigkeiten und Kenntnisse zu vertiefen. Behalte Deine Augen offen und schaue, was andere tun und welche Trends und Entwicklungen Du nicht verpassen solltest. Du kannst von erfahrenen Meditationslehrern lernen und Dir deren Unterstützung suchen.
  4. Finde eine Unterrichtsumgebung: Entscheide Dich, ob Du in einem Meditationzentrum, Yogastudio oder anderen Einrichtung unterrichten möchten oder ob Sie Privatstunden anbieten möchtest. Berücksichtige auch die Möglichkeit, online-Kurse anzubieten.
  5. Erstelle eine Marketingstrategie: Sobald Du bereit bist, Deine Dienste anzubieten, ist es wichtig, eine Marketingstrategie zu entwickeln, um Schüler zu gewinnen. Dies kann das Erstellen einer Website, das Verteilen von Flyern oder das Nutzen von sozialen Medien umfassen.

Falls Du Dich für eine selbstständige Tätigkeit entscheiden solltest, dann sei Dir bewusst, dass das sehr viel Deiner kostbaren Zeit kosten wird. Du wirst Dich auch mit Mietkosten, Marketing-Budgets, Rechnungsstellung und vielem mehr auseinandersetzen müssen. Das ist nicht jedermanns Sache.

Willst Du Meditationslehrer*in werden?

Also, wenn Du bis hierhin gelesen hast, dann meinst Du es wahrscheinlich ernst und willst wirklich Meditationslehrer-Ausbildung absolvieren. In diesem Fall würde es mich sehr freuen, wenn Du Dich mit mir in Verbindung setzen würdest. Ich denke, dass ich Dich auf Deinem Weg unterstützen kann. Nicht zuletzt, weil ich aus vielen Fehlern gelernt habe und auch meinen Meister gefunden habe. Und denke daran: Du wirst auch als Lehrer nie ein Meister oder Guru sein. Du wirst auch kein Therapeut oder Arzt sein, sondern bestenfalls ein Coach, der vielen Leuten zu einem besseren und entspannteren Leben verhelfen wird.

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